DAYS OF HOPE – VERSCHWENDERISCH

By 26. September 2017Allgemein

„Während der Mahlzeit kam eine Frau mit einem Albastergefäss voll echtem, kostbarem Nardenöl. Sie zerbrach das Gefäss und goss Jesus das Öl über den Kopf. … Jesus sagte: „Sie hat getan, was sie konnte: Sie hat meinen Körper im Voraus für mein Begräbnis gesalbt. Ich sage euch: Überall in der Welt, wo man das Evangelium verkünden wird, wird man sich an sie erinnern und von dem reden, was sie getan hat.“ Aus Markus 14, 3-9

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Eine Frau gießt wertvolles Öl über den Kopf von Jesus. Verschwenderisch, sinnlos und eigentlich ohne Ziel vergeudet sie einfach so 300 Denare. 300 Denare entsprachen damals einem knappen Jahreseinkommen eines durchschnittlichen Arbeiters. Für mich logisch, dass sich da die Anwesenden empörten und intervenierten. Sie warfen der Frau vor, man hätte das Geld doch besser den Armen gegeben, statt es einfach so verschwenderisch über Jesus auszugießen. Umso interessanter ist es, wie Jesus auf ihre Aussage reagiert. Er sagt, dass man sich an diese Frau immer erinnern wird, wenn man einen Gottesdienst feiert oder irgendwo das Evangelium verkündet – bis zu dem Zeitpunkt, wo Jesus wiederkommt. So eine Aussage hat Jesus sonst nie in der ganzen Bibel gemacht. Er hat meines Wissens nach keine andere Person so hervorgehoben und ihr eine einzelne prophetische Zusage bis zum Ende der Zeit gegeben. Warum dann ausgerechnet bei dieser Frau?

Wann immer wir mit der Art und Weise dieser Frau Gottesdienste feiern, erinnern wir uns an sie. Sie hat Gott geehrt. Verschwenderisch hat sie Jesus angebetet, ihn gesalbt und ihm damit gezeigt, was er ihr bedeutet. Eigentlich ohne weiteren Nutzen hat sie einfach so einen Jahreslohn über ihn gegossen. Sie hat Jesus damit gezeigt, dass er ihr etwas bedeutet und zwar nicht nur ein bisschen, sondern sie hat ihrer Hingabe so richtig Ausdruck verliehen mit ihrer Ölsalbung.
Ich erinnere mich noch gut, als wir unsere Kirche gegründet haben, hatten wir von dieser Aussage von Jesus absolut keine Ahnung. Das Erscheinungsbild unserer Kirche, des Raumes, der Art und Weise wie wir den Namen Gottes gegen außen präsentieren, war uns eigentlich egal. Es ist doch eine Sache des Herzens, sagten wir uns, auf Äußerlichkeiten legten wir keinen Wert. Im Raum standen verschiedene alte Sofas in verschiedenen Farben. Sofas, die Leute nicht mehr brauchten und deshalb der Kirche schenkten. Eigentlich war unsere Kirche eine mehr bessere Brockenstube. Doch eines Tages realisierte ich durch verschiedene Situationen, Gespräche und auch durch diese Geschichte, dass wir keine Ahnung haben von der Geschichte dieser Frau. Denn bei uns erinnert man sich nicht an sie, weil wir keinen Wert auf Qualität und eine schöne und gepflegte Erscheinung legen. Doch wir hatten den Anspruch, einen Fingerabdruck zu hinterlassen, ich wünschte und wünsche mir noch heute, dass unsere Kirche Gott Freude bereitet und dass er auch über uns sagen kann: „Diese Kirche gibt ihr Bestes, die Menschen legen Wert auf Qualität und eine schöne und gepflegte Erscheinung. Diese Kirche wird dank ihrem Einsatz und ihrem Streben nach Schönheit einen schönen Duft hinterlassen. Hier erinnert man sich an die Frau.“

So begannen wir innerhalb der nächsten Wochen alles auf den Kopf zu stellen. Statt eine neue Kaffeemaschine für uns zu kaufen, kauften wir eine für die Kirche, die alten Sofas verschwanden, schöne Stühle wurden angeschafft, der Boden geschliffen, die Wände bekamen eine neue Farbe, neue Möbel wurden gekauft und schöne Bilder schmückten den Raum. Sinnlos? In manchen Augen schon. Man hätte das Geld doch besser nutzen können! Klar, hätte man, doch nicht unseren Augen. In unseren Augen war es Anbetung, wir gaben und verschwendeten unsere Mittel, um mit unserer Art und Weise, Qualität und mit dem Raum, wo wir Gott anbeten, unser Bestes zu geben. Durch diese Geschichte wurde uns bewusst, Gott freut sich, wenn wir ihm immer wieder unser Bestes geben, um ihn anzubeten und ihm dadurch zu zeigen, dass er uns wichtig ist.

Wo könntest du heute Gott zeigen, dass er dir wichtig ist und ihn so anbeten? Auch wenn es nicht einen direkten sinnvollen Nutzen ergibt, sei doch wieder mal so richtig verschwenderisch großzügig, nicht für dich, sondern für Gott und seine Kirche. Ihn wird es freuen und deine Saat, an die wird man sich über dein Leben hinaus erinnern. Das ist die Zusage Gottes an die Frau und an all die Menschen, die ihr Bestes zuerst einmal für ihren Gott und seine Kirche geben.