HOPE & LIFE – ICH FOKUSSIERE MICH AUFS ZIEL!

By 4. September 2017Allgemein

„Gott gibt sein Bestes für uns, deshalb geben auch wir unser Bestes.“ (Aus dem 5. Wert von HOPE & LIFE: Excellence – Qualität ist unser Stempel)

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Es wäre doch so befreiend, wenn wir sagen könnten:

„Meine Umstände und die Menschen um mich herum definieren nicht mehr wer ich bin, wie ich lebe und wie ich meine Entscheidungen treffe. Sondern Gott und seine Wahrheiten allein bestimmen, wer und was ich bin!“

So oft ist das Gegenteil der Fall. Wir lassen uns vom Leben, von den Anforderungen, Problemen, Sorgen, dem Zeitdruck und dem Tempo prägen und steuern. Viele Menschen leben nicht mehr ihr Leben, sondern ihr Leben wird von anderen, der Zeit, den Anforderungen gelebt. Statt zu bestimmen werden wir bestimmt und ohne dass wir es realisieren, laufen wir in diesem Trott und dem Puls der Zeit einfach so mit. Wenn wir es aber schaffen, hie und da innezuhalten, kommen Gedanken wie:

„Ist mein Leben nicht einfach crazy? Will ich das überhaupt? Passt das zu mir? Verfolge ich überhaupt die Träume, die Gott in mein Herz gelegt hat? Habe ich noch den richtigen Fokus?“

Diese Gedanken zuzulassen, ist gut. Denn wenn wir nicht hie und da die Notbremse ziehen oder simpel und einfach das Tempo mal drosseln und unser Leben aus der Distanz betrachten, verpassen wir den Plan Gottes und tragen mit der Zeit auch zu viel Last, zu viele Sorgen, Verletzungen und Fragen mit uns herum.

Paulus, ein Schreiber der Bibel, sagt dazu etwas sehr Aufschlussreiches:

„Ich meine nicht, dass ich schon vollkommen bin und das Ziel erreicht habe. Ich laufe aber auf das Ziel zu, um es zu ergreifen, nachdem Jesus Christus von mir Besitz ergriffen hat. Ich bilde mir nicht ein, Brüder, dass ich es schon geschafft habe. Aber ich lasse alles hinter mir und sehe nur noch, was vor mir liegt. Ich halte geradewegs auf das Ziel zu, um den Siegespreis zu gewinnen. Dieser Preis ist das neue Leben, zu dem Gott mich durch Jesus Christus berufen hat.“ Philipper 3, 12-14

Vor einiger Zeit hatte ich das Privileg, den New Yorker Marathon zu rennen. Übrigens mein erster Lauf in einer solchen Länge. Der Start lief super, die ersten 25 km auch… Ich joggte locker durch die Strassen von New York, hie und da konnte ich nicht anders als an der Seitenlinie den zuschauenden Kindern während des Laufens ein High Five zu geben. Die Sonne schien, ein angenehmes Klima breitete sich in der Stadt, die niemals schläft aus und das Ganze fühlte sich einfach himmlisch an. Doch nach 25 km kam plötzlich der erste Krampf – wie aus dem Nichts überraschte mich ein Schmerz in meinen Muskeln. Ich blieb an der Seitenlinie stehen und versuchte, den Krampf durch Dehnen weg zu bringen. Als der Krampf weg war, raffte ich mich wieder auf und setzte an, um weiter zu laufen. Doch nach ein paar Metern kam der zweite Krampf, wieder musste ich stehenbleiben. Neben mir zogen Hunderte von Läufern an mir vorbei, hinter der Absperrung jubelten Tausende von Zuschauern, sangen Lieder und feuerten die Läufer an – und ich, mittendrin, fühlte mich einsam, verlassen und total erschöpft. Auch der zweite Krampf erfolgreich überwunden setzte ich erneut an, die restlichen paar Kilometer (gut noch 16) zu absolvieren. Dann bei Km 30 kam die berühmt berüchtigte Wand. Ich habe bis zu diesem Zeitpunkt nur von ihr gehört, doch jetzt erlebte ich sie. Emotional, wie aus dem Nichts, kam plötzlich die totale Erschöpfung. Es ist einfach aus, Flasche leer! Mit schier letzter Kraft schrieb ich meiner Frau noch ein SMS mit folgenden paar Worten: „Beten, kann nicht mehr, km 30!“ Und in diesem Moment schossen mir x-verschiedene logisch nachvollziehbare Gedanken durch den Kopf, die mich dazu ermutigten, aufzugeben. Einfach vom Platz zu laufen und den ganzen Mist zu stoppen. Doch auf der anderen Seite war die Tatsache, dass ich es x Menschen gesagt hatte, dass ich diesen Marathon vollenden werde. Und jetzt ganz ehrlich, was soll ich denen dann sagen? Ich habe einfach aufgeben? Wie soll ich dabei meiner Frau, meinen Kindern, meinem Coach, meinen Eltern, meinen Freunden und der ganzen Kirche noch in die Augen schauen? Ich wusste: Aufgeben ist keine Option. Jetzt gibt es nur noch eines – das Ziel! Und so kämpfte ich mich ins Ziel und vollendete diesen Lauf. Unter 5 Stunden, was mein neu definiertes Ziel nach km 30 geworden war.

Warum diese Geschichte? Unser Leben mit Gott wird in der Bibel auch mit einem Langstreckenlauf verglichen. Wir alle erleben Enttäuschungen, Rückschläge und Schicksalsschläge, die wir nicht verstehen. Du betest für Heilung und nichts passiert. Eine Beziehung geht in die Brüche und die Selbstzweifel und Schmerzen nagen an deiner Seele. Du kämpfst mit Verletzungen in deinem Herzen oder erlebst eine Enttäuschung nach der anderen. Wir alle erleben solche Zeiten. Zeiten, in denen es nicht so läuft, wie wir uns vorstellen, erträumen oder planen. Zeiten, in denen Schicksal und die Zeit gegen uns zu sein scheint. Zeiten, in denen wir verletzt werden und andere verletzen. Doch jetzt stehen wir da, an der Seitenlinie unseres Lebens und fragen uns: „Was machen ich jetzt? Gebe ich auf? Wie geht mein Leben weiter?“ Und genau hier ist es entscheidend, dass wir uns wieder auf unser Ziel im Leben fokussieren und loslassen, was hinter uns liegt.

Paulus sagte ja: „Aber ich lasse alles hinter mir und sehe nur noch, was vor mir liegt.“

Lerne loszulassen, negative Erlebnisse und Verletzungen hinter dir zu lassen. Wenn nicht, verpassen wir das Leben mit all seinen Verheissungen und Wundern, die auf uns in unserer Zukunft warten. Wenn wir statt loszulassen an unseren Verletzungen, Sorgen, Missgeschicken, Zweifeln und Fehlern festhalten, öffnen wir mehr und mehr die Tür für die Bitterkeit in unserem Herzen. Irgendwann werden wir aufhören zu glauben, die Hoffnung auf ein gutes Ende verlieren und unser Herz wird von Bitterkeit schleichend und langsam erobert. Wir versinken in Selbstmitleid, Hass, Groll und in einer depressiven Schwere, die kein Ende mehr zu haben scheint. Statt loszulassen geben wir anderen, uns selbst oder sogar Gott die Schuld für unser Leid. Klar, es kann gut sein, dass wir gewisse Dinge nicht verstehen und die Situationen, die wir erleben, einfach nicht fair sind. Doch wenn wir nicht lernen loszulassen und unseren Groll, unsere Fragen und Verletzungen Gott hinzugeben, wird dies alles immer mehr und mehr zu einer Last, die Schritt für Schritt die Freude am Leben, den Segen Gottes und unseren Glauben an ihn raubt.

Darum sage zu dir:

„Ich lasse mich ab heute nicht mehr von Menschen, Umständen oder Herausforderungen kontrollieren. Ich bin bereit Dinge loszulassen, anderen Menschen zu vergeben und öffne mich für den Frieden Gottes in meinem Herzen. Gott hat durch seinen Sohn sein Bestes für mich gegeben, darum will auch ich anderen vergeben und sie loslassen. Ich will an jeder Herausforderung wachsen, weil ich weiss, Gott gibt mir die Ruhe und Gelassenheit dazu. Ich entscheide mich bewusst dazu, in meinem Wirkungsfeld glücklich zu sein und aufzublühen. Amen!“