KEYPOINTS – DIE SEHNSUCHT ANZUKOMMEN

By 19. Oktober 2017Allgemein

„Sechs Tage später nahm Jesus die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und führte sie auf einen hohen Berg. Sonst war niemand bei ihnen. Vor den Augen der Jünger ging mit Jesus eine Verwandlung vor. Seine Kleider wurden so leuchtend weiss, wie es keiner auf der Erde machen kann. Auf einmal sahen sie Elija und Mose bei Jesus stehen und mit ihm reden. Da sagte Petrus zu Jesus: „Wie gut, dass wir hier sind, Lehrer! Wir wollen drei Zelte aufschlagen, eins für dich, eins für Mose und eins für Elija.“ Markus 9, 2-5

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Ich liebe diese Geschichte, weil sie so schön unsere Sehnsucht anzukommen zeigt. Petrus und zwei andere Jünger erleben ein unglaubliches Wunder. Jesus verwandelt sich direkt vor ihren Augen und zudem werden Mose und Elija direkt aus dem Himmel zu ihnen gebeamt. Sie stehen einfach plötzlich da. Ich denke, diese Atmosphäre, die sich plötzlich auf dem Berg einstellte, war himmlisch, ruhig, schön und Balsam für die Seele. Klar wollte Petrus diesen Moment packen und ihn nie mehr loslassen, darum schlug er vor, diesen heiligen Moment zu kultivieren, indem er den drei gerade ein Haus baut. Wenn wir weiterlesen sehen wir, wie Gott sich diesem Wunsch entgegenstellt und Elija und Mose gerade wieder zurück in den Himmel holt. Diese Geschichte zeigt mir zwei Sachen:

  1. Genieße den Moment ohne ihn behalten zu wollen. So oft erleben wir schöne Dinge, Wunder, die Gott tut, Situationen der Ruhe, die er uns schenkt und göttliche Momente. Doch statt sie zu genießen, wollen wir sie behalten. Statt den Moment auszukosten überlegen wir, wie wir den größtmöglichen Gewinn daraus herausholen können. Dann werden die einmaligen Ferien, die zum Highlight wurden wiederholt in der Hoffnung, dass wir dieselben Momente nochmals erleben. Dann werden göttliche Momente kultiviert und wiederholt und wir sind enttäuscht, wenn sich dieselben Gefühle, Erlebnisse und Atmosphären nicht wieder einstellen. Gott will uns immer wieder begegnen und uns seine Ruhe und Nähe zeigen, doch Gottes Wege sind kreativ, vielseitig und immer wieder neu. Jemand hat mir mal gesagt: „Gott tut ein Wunder nur einmal! Beim nächsten Mal macht er es anders!“ Dies blieb hängen und sagte mir, dass wir Gottes Gunst immer wieder erleben, aber immer wieder von Neuem, anders. Darum statt den Moment einzufrieren und für immer festzuhalten, genieße ihn, halte ihn im Herzen fest und sei zudem bereit für neue göttliche Momente, die Gott uns geben will.
  2. Gott hasst den Stillstand. Petrus wollte stehenbleiben, sich dort niederlassen, Hütten bauen. Es ist die Sehnsucht anzukommen, die in uns schreit. Schreit, sich niederzulassen und zu sagen: „Jetzt haben wir es erreicht, jetzt sind wir am Ziel!“ Doch solange wir leben, sind wir nicht am Ziel. Unser Ziel ist der Himmel und dies erlebten die drei – ein bisschen Himmel auf Erden. Aber indem Gott dem Moment ein abruptes Ende bereitete, sagt er: „Ihr seid noch nicht angekommen, bleibt unterwegs, ich habe mehr bereit! Lasst euch nicht nieder, bleibt nicht stehen! Neue Wunder, neue Hoffnung, neuer Segen, neue Begegnungen und Gelegenheiten warten auf euch!“

Bleiben wir nicht stehen, genießen wir, was Gott uns gibt im Wissen drum, Gott hat Neues und mehr für uns bereit. Halten wir göttliche Momente in unserem Herzen fest, auch wenn sie das nächste Mal anders werden und bleiben unterwegs, weil neue Wunder und Möglichkeiten auf jeden von uns warten. Jeden Tag von Neuem.