„Es gibt dieses Wort des in der Branche fast schon legendären Disney-Managers Michael Eisner über die Zukunftsperspektiven eines Freizeitparks: „Grow or die“, „Wachse oder sterbe“. Mit dieser Strategie hat Eisner den Disney Konzern aus der Krise geführt, und sie gilt auch für das Ruster Unternehmen. Um wachsen zu können dabei den Bestand eines Parks so zu erhalten, wie ihn die Besucher kennen, sind bereits hohe Investitionen notwendig. Um ihn auch in Zukunft erhalten zu können, müssen immer neue Attraktionen her.“ Benno Stieber, aus: Roland Mack, Herr der Achterbahnen

Ich liebe den Europapark. Jedes Mal wenn ich diesen Park besuche, begeistert mich das Herz der Mitarbeiter, die Liebe im Detail, die neuen Innovationen und die Qualität dieses Parks. Der Europapark in Rust ist für mich immer wieder ein Ort der Inspiration und ein Ort, wo ich träumen und abschalten kann. Beim letzten Besuch fand ich eine Biographie von Roland Mack, dem Sohn des Europaparkgründers. Er führt heute den Park. Dank Roland Mack wurde der Park nach der Gründung zu dem, was er heute ist: Ein Park, der immer noch neue Innovationen hervorbringt, der nie stehengeblieben ist und immer wieder von Neuem die Menschen begeistern kann. Als ich mich mit dieser Biographie auseinandersetzte und mich immer wieder an all die genialen Erlebnisse im Europapark erinnerte, realisierte ich: Genau so sollte Kirche sein! Auch Kirche sollte ein Ort sein, wo wir immer wieder von Neuem begeistert werden, wo Innovation immer wieder Platz hat, ein Ort, wo wir nie stehengeblieben sind und wo wir unterwegs bleiben. Ein Ort, wo wir dran bleiben und nicht aufhören, uns immer wieder zu fragen wie muss Kirche sein, dass wir die Menschen von Heute erreichen und mit der guten Botschaft der Bibel begeistern können.

Warum ist es so wichtig, dass auch wir in Organisationen, Kirchen, Unternehmen oder was wir sonst leiten nicht stehenbleiben und uns immer wieder hinterfragen lassen? Warum sollen wir dran bleiben und immer wieder innovativ sein? Kirchen verlieren im Durchschnitt jedes Jahr 10% ihrer Besucher – habe ich mir sagen lassen. Das bedeutet, dass wenn wir schon nur den Gleichstand behalten wollen, wir jedes Jahr ein Wachstum von mindestens 10% haben müssen, wenn nicht, werden wir langsam von der Bildfläche verschwinden. Dies führt mich zu einem Gespräch, welches ich kürzlich mit einem Pfarrkollegen hatte. Wir diskutierten so über die Herausforderungen in den Freikirchen und auch die verschiedenen christlichen Strömungen. Im Gespräch kamen zum Schluss, dass wenn wir als Kirchen nichts mehr Neues machen, bewegen oder unternehmen, nicht auf den Puls der Zeit und die Fragen der Gegenwart reagieren, viele Kirchen in den nächsten zehn Jahren von der Bildfläche – zumindest von ihrem Einfluss her – verschwinden werden. Wir schauten uns an und sagten zueinander, statt uns weiter über die Herausforderungen der Zukunft zu unterhalten, reden wir lieber darüber, was denn unsere Antwort auf all die Strömungen, Fragen und Nöte der Gesellschaft ist!

Ja, was ist unsere Antwort? Ich denke, echte und wahre Leiterschaft sucht nach Antworten. Wenn Leiter Herausforderungen erleben, bleiben sie nicht stehen, sie beklagen sich nicht, sondern suchen Antworten. Denn Leiter wissen, hinter jeder Herausforderung wartet eine Lösung. Wir als Kirche haben uns entschieden, immer wieder die Lösung zu suchen. Dran zu bleiben und dem Stillstand in unserem Leben, in unserer Organisation und unseren Aufgaben keinen Raum zu geben. Denn Stillstand ist der Tod für jedes Leben, für jede Unternehmung oder Kirche. Durch das Stehenbleiben und sich Ausruhen auf den Lorbeeren des letzten Erfolges ist schon manche innovative Idee, neue Bewegung und Kirche nach und nach von der Bildfläche wieder verschwunden. Wir geraten so schnell wieder in Vergessenheit und verlieren Kraft und schlussendlich auch unseren Einfluss. Doch Gott möchte uns Einfluss schenken, er möchte mit uns zusammen Spuren auf dieser Welt hinterlassen. Deshalb dürfen wir nicht stehenbleiben und ich möchte dich ermutigen, statt dich zu beklagen, statt dich über den Puls der Zeit zu empören, steh auf und finde eine Antwort auf deine Herausforderung.

Dies sehen wir auch so schön in der Geschichte von Josua. Josua, ein Mann aus der Bibel, hatte einen klaren Auftrag von Gott. Er sollte zusammen mit dem Volk Gottes das von Gott verheißene Land einnehmen. Gott schenkte ihnen den Sieg in der ersten Stadt. Doch der Sieg war an eine klare Bedingung geknüpft: Alles, was sie in der ersten Stadt einnahmen, gehörte Gott. Doch einer von Josuas Männern missachtete diese Anweisung und behielt etwas für sich. Als Konsequenz davon zog Gott sich von seinem Volk zurück und bei der nächsten Stadt verloren sie den Kampf. Josua fiel in eine tiefe Krise und klagte Gott an. Dann lesen wir, wie Gott ihm antwortete:

Da sagte der Herr zu Josua: „Steh auf! Warum liegst du vor mir auf deinem Gesicht? Die Israeliten haben gesündigt und meinen Bund gebrochen, den ich ihnen geboten habe! Josua 7, 10&11

Josua steh auf! Es hat einen Grund, warum Gott sich zurückgezogen hat. Josua, finde die Antwort! Statt uns zu beklagen, aufzugeben, stehenzubleiben oder uns auf unserem Erfolg niederzulassen, sollten auch wir immer wieder aufstehen. Dran bleiben und die Antwort auf unsere nächste Herausforderung suchen. Gott wird sie uns zeigen. Bleiben wir dran als Leiter, suchen die nächste Innovation, die nächste Idee, die nächste Lösung, und wir werden erleben und sehen, wie wir die Antwort finden. Dies wird uns weiterführen, wird uns am Leben halten und unsere Kirche, unsere Firma oder unser Umfeld wieder attraktiv machen. Wir werden unsere Anziehungskraft wieder finden und wenn wir dran bleiben, neuen Ideen Leben einhauchen und immer wieder den Puls der Zeit finden, werden wir auch noch in zehn Jahren unsere „Daseinsberechtigung“ haben und nicht von der Bildfläche verschwunden sein. Ich wünsche dir immer wieder den Mut, dich deinen Fragen, Ängsten und Nöten zu stellen. Ich wünsche dir die Weisheit Gottes in all dem, und dass du mit unserem Gott zusammen die Antwort finden kannst. Du wirst, weil du nicht stehengeblieben bist!