„Doch dann bekam David ein schlechtes Gewissen, weil er etwas von Sauls Gewand abgeschnitten hatte. Und er sagte zu seinen Männern: „Der Herr bewahre mich davor, dass ich dem Gesalbten des Herrn etwas antue. Denn er ist ja der Gesalbte des Herrn.“ Und er wies seine Männer zurecht und ließ nicht zu, dass sie Saul etwas antaten.“ 1. Samuel 24, 6-8

Saul trachtete immer wieder nach dem Leben von David. Es wurde so schlimm, dass sich David entschied, zu flüchten und sich vor Saul zu verstecken. Dann gibt es diese entscheidende Stelle in der Bibel: Saul zieht sich auf der Jagd nach David in einer Höhle zurück, um seine Notdurft zu verrichten. In diesem Moment hätte David die Möglichkeit, seiner Flucht ein Ende zu bereiten und Saul umzubringen. David ist eh schon zum König gesalbt, also warum nicht endlich das holen, was ihm zusteht? Doch David besänftigt seine Leute und schneidet nur einen Zipfel von Sauls Gewand ab, um ihm zu zeigen, dass er ihm nichts antun will. Seine Männer verstehen das selbstverständlich nicht. Doch David wusste, wer er war. Er fand seine Bestätigung nicht in seiner Funktion als zukünftiger König, denn dann hätte er sich selbst geholt, was ihm zusteht. Nein, er fand seine Identität in Gott. Und so wusste er, Gott wird ihm geben, was ihm zusteht. Er muss sich nichts selber holen.

Auch wir dürfen unsere Identität immer wieder in Gott finden. Wir dürfen Gott vertrauen. Vertrauen, dass er unseren Einsatz sieht, unsere Sehnsüchte kennt, um unsere Berufung weiß und einen Plan mit unserem Leben hat und schon schauen wird, dass wir zur richtigen Zeit bekommen, was uns zusteht. Warte auf Gott. Finde deine Bestätigung in deinem Vertrauen gegenüber ihm und hol dir nicht selber, was er dir gerne geben möchte. David wartete, weil er wusste, Gott ist für ihn. Gott kannte den Plan seines Lebens besser als er, darum konnte er ihm vertrauen, dass er zur richtigen Zeit bekommen würde, was ihm zustand.

Gott kennt dich. Gott sieht dich. Deine Ängste und Nöte sind nicht zu groß für ihn, er versteht dich und möchte dir darin begegnen. Gott hat dein Leben in seiner Hand und wird immer wieder dein Bestes suchen. Darum dürfen wir ihm vertrauen und je mehr wir es schaffen, ihn trotz allem anzubeten, ihn zu ehren und ihn zu suchen, werden wir auch erleben, wie er uns zur richtigen Zeit neue Türen öffnen, uns mit seiner Kraft überraschen und uns immer wieder geben wird, was wir brauchen.

Vor Kurzem las ich eine Geschichte über einen Mann, bei dessen Mutter Krebs diagnostiziert wurde. Ihr einziger Sohn war selbstverständlich schockiert als er das hörte. Der Arzt schaute die Mutter nach der Diagnose an und sagte: „Da können wir nichts mehr machen!“ Ihr Sohn weinte. Doch die Mutter verlor ihr Lachen nicht. Ihr Sohn fragte sie: „Warum lachst du trotz dieser schlechten Diagnose?“ Sie antwortete: „Ich bin so aufgeregt. Denn ich bin so froh, dass der Arzt gesagt hat, es gäbe keine Hoffnung mehr – so bekommen bei einer Heilung nicht die Ärzte die Ehre, sondern Gott.“ Die Mutter wusste, dass Gott das letzte Wort hat und nicht die Medizin, die Ärzte oder ihre Krankheit. Die Mutter betete Gott trotz negativer Diagnose und einer hoffnungslosen Zukunft weiterhin an. Sie ehrte Gott weiterhin weil sie wusste, wer sie war in Gott. Dadurch erkannte sie, dass Gott einen anderen Plan mit ihr hatte und wie sie es schon im Voraus gespürt hatte, heilte Gott sie. Bei der nächsten Untersuchung fand man nichts mehr: Keine schlechte Zelle, keinen Krebs, einfach nichts mehr. Gott hatte sie geheilt. So kann auch Gott bei dir und mir Wunder tun. Die Kraft und den Glauben dafür finden wir in unserer Identität in Gott. In unserem Festhalten an ihm. In unserem Glauben an einen Gott, dem nichts, aber rein gar nichts unmöglich ist.