“Alle, die je enger mit Roland Mack zusammengearbeitet haben, sagen: „Der Park (Europapark) ist das, was hervorkommt, wenn Roland Mack sein Innerstes nach außen kehrt.“ Und es gibt nicht wenige Mitarbeiter, die als Erfolgsgeheimnis für eine steile Karriere im Unternehmen empfehlen, den Park einfach mit den Augen des Chefs zu sehen. Der sieht jeden Papierfetzen auf dem Rasen, jede welke Blume im Beet und beordert die zuständigen Mitarbeiter per Walkie-Talkie umgehend zum Ort des Vergehens.” Benno Stieber, aus: Roland Mack, Herr der Achterbahnen, S. 36

Eine weitere Anekdote aus dem biografischen Buch über den Europapark… Roland Mack ist es wichtig, dass seine Mitarbeiter nicht nur arbeiten, sondern beginnen, den Park in seinen Augen zu sehen. Dass sie gewichten, was ihm wichtig ist und sich mit derselben Intensität um das Wohlergehen des Parks kümmern. Und dies führt mich zum heutigen Thema des 2. Leadershipblogs: „Kultur der Ehre?“ Haben wir in unseren Kirchen eine Kultur der Ehre und was bedeutet dies überhaupt? Ehren kommt aus dem hebräischen Wort „kāvôd“ und bedeutet im eigentlichen Wortsinn „Gewichten“. Anders gesagt, wenn wir etwas ehren, zeigen wir das, indem wir es gewichten. Und „Gewichten“ ist eine Aktion. Es beinhaltet eine Handlung. Es kostet uns entweder Geld, Zeit oder eine sichtbare Proklamation. Ehre zeigen wir. Klar, wir können Menschen, Gott und höhere Ordnungen respektieren, doch dies hat nichts mit Ehren zu tun.

Wenn wir also Sonntag für Sonntag in der Kirche zusammenkommen um Gott anzubeten, ihn zu ehren, ihm Gewicht zu geben, sollten wir dies zeigen. Wir zeigen dies, indem wir zu den Liedern, die wir singen, aufstehen. Weiter drücken wird dies auch durch unsere Großzügigkeit in Form von Zeit, die wir investieren oder Geld, das wir weitergeben, aus. Ehren ist also immer mit einer praktischen Aktion verbunden. Spannend ist ja, dass wir in der Bibel immer wieder sehen und entdecken, dass Gott sagt, wenn wir ihn ehren – ihn gewichten – er uns ehren wird. Gott wird unser Leben gewichten, segnen und weiterbringen, wenn wir ihn priorisieren. Sobald Gott nicht nur etwas ist, worüber wir am Sonntag reden, sondern auch tagtäglich durch unser Leben zeigen, dass er uns wichtig ist, ehren wir ihn.

Ähnlich wie Roland Mack der Park wichtig ist, sind Gott die Menschen wichtig. Gott hat nichts so sehr geliebt wie uns. So sehr, dass er sogar seinen eigenen Sohn auf die Welt gab und ihn am Kreuz sterben ließ, um uns wieder mit ihm zu versöhnen. Gott ehrte uns. Gott gewichtete seine Liebe zu uns. Gott zeigte sie und zahlte den größten Preis, den jemand überhaupt bezahlen kann. Wollen wir bei Gott weiterkommen, ihn auf uns aufmerksam machen, erleben wie unser Leben gesegnet wird, dann ehre – gewichte – was Gott wichtig ist. Das sind die Menschen und seine Kirche am Ort, Leiter, die er eingesetzt hat, unsere Eltern, unsere Familie, Menschen, die uns alltäglich begegnen. Ehre Gott heißt, ehre die Menschen, die er in dein Leben gestellt hat. Ehre die Menschen, welchen du dienst. Ehre die Menschen, die dir vorstehen. Ehre die Menschen, die um dich herum sind. Ehre sie, indem du pünktlich zu den Meetings erscheinst. Ehre sie, indem du ein integrer Arbeiter bist. Ehre deinen Ehepartner, indem du im treu bleibst, ihm zuhörst und ihm dienst. Ehre deine Kinder, indem du ihnen hilfst, dass sie ihr Potenzial entdecken und freisetzen können. Ehre deine Eltern, indem du ihnen mit Dankbarkeit begegnest. Und ehre die Menschen in deiner Kirche. Sei es, dass du die Mitarbeitern, die dir helfen Gott zu erleben, Gott zu finden und Gott näher zu kommen, nicht nur respektierst, sondern auch zeigst, dass du dafür dankbar bist. Dies kannst du zum Beispiel tun, indem du dir Notizen machst während der Predigt. Oder indem du pünktlich oder vielleicht sogar zu früh auf dem Stuhl sitzt, wenn der Gottesdienst beginnt. Es ist dir ja wichtig, Gott zu erleben, ihn zu finden und ihn zu sehen, darum zeige es auch. Du hast ein offenes Herz und bist bereit, dich auf das Abenteuer an einem Sonntag in deiner Kirche einzulassen. Auch wenn du von deinen Finanzen an andere, an deine Kirche usw. weitergibst und großzügig bist, ehrst du damit Gott. Es gäbe noch ganz viele weitere Beispiele. Spannend ist, wenn wir uns mal konsequent mit dem Gedanken der Ehre, dem Gewichten, auseinandersetzen, sehen wir sehr schnell, dass wir alle noch Entwicklungspotenzial haben. Denn so schnell vergessen wir, dass es in der Kirche eigentlich nicht um uns geht und so schnell sind wieder wir selber im Zentrum. Wir fragen uns, „Was können die Kirche, Gott, mein Chef, mein Ehepartner, meine Mitmenschen mir geben?“, statt „Was kann ich ihnen geben?“ Dies ist menschlich. So sind wir. Doch ich denke je mehr wir lernen, von uns wegzuschauen, umso mehr werden wir auch erleben, wie schlussendlich eine Kultur der Ehre, eine Kultur des praktischen Zeigens, was uns wichtig ist, schlussendlich Segen produziert. Gott ehren, ihm praktisch zeigen, dass er uns wichtig ist, setzt Segen frei. Es freut Gott, wenn er sieht, uns ist wichtig, was ihm wichtig ist.

Dies sehen wir auch so schön bei Zachäus. Einem Mann, bei dem alles schief lief. Er war ein Zöllner, einer den die anderen mieden. Doch Jesus kam zu ihm und lädt sich quasi in sein Haus ein. Dann lesen wir:

Zachäus kletterte, so schnell er konnte, hinunter und geleitete Jesus voller Aufregung und Freude in sein Haus. … Währenddessen stellte Zachäus sich vor den Herrn hin und sagte: „Herr, ich werde die Hälfte meines Reichtums den Armen geben, und wenn ich die Leute bei der Steuer betrogen habe, werde ich es ihnen vierfach erstatten!“ Jesus erwiderte: „Heute hat dieses Haus Rettung erfahren, denn auch dieser Mann ist Abrahams Sohn. Der Menschensohn ist nämlich gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten.“ Lukas 19, 8&9

An was freut sich Jesus? Am Geld, das Zachäus weitergibt? Nein, er freut sich, dass Zachäus Jesus ehrt. Zachäus drückt mit seiner Spende nichts anderes als seine Freude an Jesus aus. Zachäus ehrt, gewichtet den Besuch von Jesus in seinem Haus und Jesus freut sich so sehr an dieser Ehre, dass er Zachäus sogar in die Linie von Abraham einreiht. „Rettung ist über sein Haus gekommen.“ Nicht weil er die Rettung gekauft hat, sondern weil er seine Begeisterung über Jesus mit seinem Geld gewichtet hat. Auch bei David sehen wir dies. David ehrte Saul, obwohl dieser nach seinem Leben trachtete. Durch seine dienende und loyale Haltung bis zu Sauls Tod gewichtete er schlussendlich Gott und sicherte sich dessen Segen. Ein Segen, der über sein Leben hinausging. Sein Königshaus wird für immer regieren, so das Versprechen Gottes an ihn, und es findet seine Erfüllung in Jesus, der aus dem Stammbaum Davids kommt.

Wann immer wir es schaffen, die Menschen um uns herum, die Menschen in der Kirche, zu der wir uns zählen, unsere Leiter und Vorgesetzten, unsere Eltern und unsere Familie zu ehren, ehren wir schlussendlich Gott. Wir gewichten, was Gott wichtig ist und somit kann Gott uns und unser Leben wiederum gewichten, was zu Segen, Überfluss und zu einem reich erfüllten Leben führt.