Nachdem Saul die Höhle verlassen hatte und weitergegangen war, trat David heraus und rief ihm nach: „Mein Herr und König!“ Und als Saul sich umdrehte, verneigte David sich tief und warf sich vor ihm nieder. 1. Samuel 24, 8&9

David ist auf der Flucht vor Saul und zieht er sich per Zufall in der Höhle zurück, in der Saul gerade seine Notdurft erledigt. Jetzt ist seine Zeit gekommen! Jetzt kann er endlich Sauls Herrschaft ein Ende bereiten und sich nehmen, was ihm zusteht. Doch David schneidet nur ein Zipfel von Sauls Mantels ab, statt ihn umzubringen. Danach stellt er Saul zur Rede, doch vorher macht er klar, wer Saul für ihn ist und bleibt: Sein König! Obwohl Saul ihn verfolgt, ist für David klar, dass er alles, was er hat und ist Saul zu verdanken hat. Deshalb bleibt er loyal und ehrt Saul weiterhin, obwohl dieser ihn bekämpft. Denn ohne Saul hätte David nie die Möglichkeit bekommen, gegen Goliath zu kämpfen. Saul hat ihm den Weg zum Schlachtfeld geebnet. Ohne Saul wäre David nie General geworden und hätte nie diese wichtigen Erfahrungen gesammelt, die er als zukünftiger König unbedingt brauchte. Ohne Saul hätte er nicht seine erste Frau – Sauls Tochter – bekommen und hätte nie seinen besten Freund kennengelernt, Sauls Sohn. Ohne Saul wäre David immer noch ein einfacher Schafhirte. Saul holte ihn an den Königshof, investierte in ihn, glaubte an ihn und gab ihm unzählige Möglichkeiten, in denen er wachsen und sich beweisen konnte. Saul machte aus David einen Mann, einen General und bereitete ihn auf sein zukünftiges Königsein vor. Und jetzt verfolgt Saul ihn, doch David stellt sich, obwohl er mehrere Male die Gelegenheit bekommt, nie gegen seinen König. David blieb ein Kofferträger für Saul. Das heißt, David blieb Saul treu ergeben, auch wenn er zum zukünftigen König gesalbt wurde, ehrte ihn und respektierte seine Position, solange Saul König war.

Wie ist das in unserem Leben? Bleiben wir unseren Leitern, unserem Chef, unseren Vorgesetzten und Autoritätspersonen gegenüber dankbar? Bleiben wir ein Kofferträger und dienen weiterhin den Menschen, die in uns investiert haben, obwohl wir inzwischen evtl. geistlich, von unseren Kräften oder von unserer Position her ebenbürtig sind oder sie sogar überholt haben? Bleibe loyal und vergiss nie, von wo du kommst und wer in dich investiert hat. Auch wenn sich Beziehungen verändern, Leiter wechseln und du dich weiterentwickelst, bleibe dankbar gegenüber den Menschen, die dich zu dem gemacht haben, was du bist. Auch dann wenn sie sogar gegen dich sind und dich nicht mehr verstehen. Verliere nie deinen Respekt. Verliere nie deine Dankbarkeit und deine dienende Haltung ihnen gegenüber. Denn durch diese Haltung säen wir eine Saat in unsere Zukunft. Gott liebt es, wenn wir unsere demütige und loyale Haltung behalten und diese wiederum sichert uns weiteren Segen für unser Leben. Ehre deine Eltern, ehre das Alter, ehre deine Leiter und ehre weiterhin deine vergangenen Personen, die an dich geglaubt haben und so werden wir erleben, wie auch wir für das, was wir in andere Menschen investieren geehrt und gesegnet werden.