„So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geehrt. Dein Reich komme bald. Dein Wille erfülle sich hier auf Erden genauso wie im Himmel.“ Matthäus 6, 9&10

Zu Beginn des Vater Unsers – das Gebet, welches Jesus uns in der Bibel lehrt – sagen wir: „Dein Wille soll geschehen!“ Denken wir diesen Satz weiter, können wir eigentlich anfügen „…und nicht unser Wille!“ Wenn wir ehrlich sind, dreht sich in unserem Leben jedoch vieles um uns selbst… Wir fragen uns: „Wie komme ich auf meine Kosten? Wie kann ich erfolgreich sein? Wie kann ich leben, dass ich gesegnet werde? Wie kann ich weiterkommen? Was brauche ich? Was steht mir zu?“ Wenn wir nicht vorsichtig sind, geht es schnell und wir drehen uns wieder um uns selbst. Doch lesen wir das Vater Unser sehen wir sehr schnell, dass es in unserem Leben eigentlich nicht um uns geht! Es geht um die anderen. Es geht um Gott. Es geht darum, dass Gott dich und mich gebrauchen will, um ein Segen für die Welt und unsere Mitmenschen zu werden. Wir sind eigentlich dazu bestimmt, von uns wegzuschauen und Gott mehr zu gewichten als unsere egoistischen Wünsche.

Diese Erkenntnis umzusetzen ist gar nicht immer so einfach – und doch ist es ein tiefer Schlüssel, um herauszufinden, was Gott alles in uns hineingelegt hat. Denn wenn wir uns von unseren selbstsüchtigen Gedanken lösen und uns stattdessen um Gottes Gedanken drehen, uns für andere interessieren und den Menschen in unserem Umfeld dienen, wird sich Gott uns zuwenden und alles daran setzen, alles herauszuholen, was er in uns hineingelegt hat. Je mehr wir es schaffen, uns von unseren Erwartungen, unserer Menschenfurcht, unseren Wünsche, unserem Harmoniebestreben zu lösen und einfach versuchen zu tun, was Gott mit uns tun will, umso mehr wird Gott uns segnen und unser Leben in seinen Augen gewichten. Ich weiß, das ist ein Kampf. Doch es lohnt sich, diesen Kampf immer und immer wieder zu kämpfen. Sich täglich dazu zu entscheiden und zu sagen:

„Lieber Gott, heute geht es nicht um mich! Dein Wille und nicht meiner soll geschehen. Ich will den Menschen dienen, die du mir über den Weg schickst, ich will die Situationen wahrnehmen, die du mir zeigst. Ich will auf das hören, was du mir aufs Herz legst. Ich will auch heute versuchen, mich ein bisschen weniger wichtig zu nehmen und mich stattdessen auf dich zu fokussieren.“

Genau in dieser Haltung liegt ein tiefes Geheimnis. Je mehr wir uns von den Erwartungen an uns selber lösen und tun, was Gott uns aufs Herz und vor unsere Füße legt, umso mehr kommt die Größe Gottes durch uns zum Leuchten und wir erleben wie Gott unsere Leben segnet und gewichtet. Ich ermutige dich, gerade heute einmal mehr von dir weg zu schauen, und stattdessen auf Gott und die Gelegenheiten, die er in dein Leben gestellt hat. Du wirst erleben, wie Gott dich segnen und dir begegnen wird.