Aber David dachte: „Eines Tages wird Saul mich doch noch umbringen. Am besten, ich fliehe zu den Philistern. Dann wird Saul aufhören, mich in ganz Israel zu jagen, und ich werde endlich sicher sein.“ 1. Samuel 27, 1

Saul konnte es nicht lassen, David immer wieder nach dem Leben zu trachten. Statt David als einen Segen zu sehen, sah er ihn als Fluch. Doch stellen wir uns mal vor, wie die Geschichte hätte sein können, wenn Saul sein Herz gegenüber der Eifersucht und dem Hass nicht geöffnet hätte. Saul hätte ein Erbe hinterlassen. Klar, nicht direkt in seinen eigenen Sohn, aber in David, der ja seine Tochter geheiratet hatte. David war zudem der beste Freund von Jonathan, seinem Sohn. Schauen wir die Geschichte aus diesem Blickwinkel an, sehen wir, dass Saul nicht nur ein Erbe hinterlassen hätte, sondern auch ein geniales, gemütliches und siegreiches Leben als König hätte führen können. Er hätte die besten Voraussetzungen dazu gehabt. Den besten Schwiegersohn mit dem Segen Gottes als zukünftigen König und einen Sohn, der der beste Freund des Königs gewesen wäre. „Hätte“, ja das mit dem „Hätte“… Vielleicht wäre auch unser Leben im Nachhinein einfacher und besser, wenn wir all unsere „Hätten“ umgesetzte hätten. Doch so oft schauen wir später auf eine Situation zurück und denken: „Warum nur habe ich so stolz, so egoistisch und selbstsüchtig reagiert?“ Wir setzen Freundschaften aufs Spiel, Beziehungen gehen kaputt und Menschen verirren sich in ihrem Stolz, was zu Einsamkeit und Leere führt. Und dies alles nur, weil wir im Moment eine zu kleine Sicht vom Leben hatten. Hätten wir stattdessen unserem Gott vertraut, hätte Saul seine Zukunft Gott überlassen, hätte er ein schönes Leben gehabt und hätten wir manche Fehler nicht gemacht…

Wollen wir ein gutes Erbe hinterlassen? Wollen wir, dass unser Leben positive Kreise zieht? Dann müssen wir lernen, Gott zu vertrauen. Und zwar in allen Bereichen. Auch in denen, wo wir zu kurz kommen, ungerecht behandelt, übergangen und nicht verstanden werden. Oftmals machen viele Situationen erst im Nachhinein Sinn. Unser Leben ist mit einer Schitzeljagd zu vergleichen. Wir jagen von einem Hinweis zum nächsten. Verletzungen und unverständliche Situationen gehören dazu. Fragen bleiben offen, Gebete unbeantwortet und Schmerz oftmals zu lang bestehen. Doch wenn wir unterwegs bleiben und an Gott festhalten, ihm weiterhin vertrauen, werden wir im Nachhinein sehen, dass alles seinen Sinn hatte. Dass Gott einen Plan hat und er diese Situationen nur dazu brauchte, um uns weiterzuführen und seinen gewaltigen Plan mit uns zu Ende zu bringen. Am Schluss ergibt so manches Sinn und wenn wir es schaffen, dem Zorn, dem Stolz und Egoismus immer weniger Raum zu geben, werden auch unsere „Hätten“ kleiner und kleiner und wir hinterlassen ein gutes Erbe. Mach es nicht wie Saul, der sich nicht von seiner Eifersucht lösen konnte. Suche Gott in deinen Fragen, deinen unverständlichen Situationen und finde Hoffnung. Vertraue ihm und finde einen neuen Weg. Den Weg der Vergebung, der Weg der Liebe und hinterlasse statt einen Scherbenhaufen in deinem Leben, ein göttliches Erbe!