„Und er (David) zog mit seinen 600 Männern zu König Achisch von Gat, dem Sohn Mochs.“ 1. Samuel 27, 2

David wurde so intensiv von König Saul, seinem Ersatzvater, verfolgt, dass er sich nach Gat zu König Achisch zurückzog. Doch König Achisch war eigentlich Sauls Feind und somit auch der Feind von David. Trotzdem beantragte er Asyl beim feindlichen Volk. Auch bei uns ist es so: Wenn wir ungerecht behandelt werden, Situationen geschehen, die wir nicht nachvollziehen können oder wir verletzt werden, kann es sein, dass wir uns zurückziehen. Zurückziehen in unseren Hass, in unsere Verletzung, Wut oder Rachegedanken. So klopfen wir in unserem Herzen beim Feind an. Durch all die Gefühle, die aus Ungerechtigkeiten und seelischen Verletzungen entstehen, sind wir offen, uns auf Dinge einzulassen, die uns eigentlich widersprechen und ehe wir es realisieren, befinden wir uns im Land des Feindes. Im Land der Rache, Bitterkeit und Hoffnungslosigkeit.

Niemand von uns ist perfekt. Weder unser Vater, noch unsere Mutter, unsere Leiter, Vorgesetzen, Arbeitskollegen, Ehepartner und andere Menschen, die uns prägen. Früher oder später kann es gut sein, dass sie Dinge machen, die wir nicht verstehen oder Sachen sagen, die uns verletzen. Hier kommt die Frage, wie wir darauf reagieren. Lassen wir zu, dass uns diese Situation weg von unseren Werten, unserer Freude und unserem Gott bringt? David hatte keine Wahl. Er musste sich ins Land des Feindes zurückziehen. Sein geistlicher Mentor, Leiter, Coach und Förderer war plötzlich gegen ihn und trachtete ihm nach dem Leben. Doch in genau dieser Situation, im Land des Feindes, gab David Gott nicht auf. Wir lesen, wie er zu König Achisch geht und ihn bittet, sich in einer anderen Stadt, einer Stadt auf dem Lande zurückzuziehen. Diese Stadt war Ziklag, was soviel wie „Ursprung“ bedeutet. Dadurch sagte Gott zu David: „Auch wenn du in einem anderen Land bist, weit weg von deiner Bestimmung, von dem Ort, an dem du hingehörst, kann ich etwas Neues kreieren. Ziklag wird der Ursprung werden für das Neue, das auf dich wartet!“ Und so war es auch: David war in Ziklag, als Saul ermordet wurde und er in seine Berufung als König hineinstand. So ist es auch bei uns. Wenn wir verletzt werden, uns zurückziehen, Situationen erleben, die uns ausbremsen und uns auf das Nebengleis des Lebens stellen – Gott ist immer noch da! Gott sagt zu uns: „Auch in Situationen, wo du nicht weitersiehst, denke daran, ich habe dein Leben in deiner Hand. Ich suche weiterhin dein Bestes, auch wenn alle gegen dich sind. Bleib einfach bei mir und suche mich. Suche dein Ziklag. Dein Ort, dein Ursprung für etwas Neues. Auch bei dir will ich diese Situation nutzen, um etwas Neues entstehen zu lassen!“

Egal was du erlebst, auch wenn du dich zurückgezogen hast, suche Gott in deiner Herausforderung und du wirst erleben, wie er deine ungerechte Situation braucht, um etwas Neues, Göttlicheres und Schöneres in deinem Leben zu kreieren!