„Dann rief er Saul zu: „Warum hörst du auf Leute, die sagen, David wolle dir schaden? Heute kannst du mit eigenen Augen sehen, dass es nicht wahr ist. … Sieh, mein Vater, was ich in der Hand halte. Es ist ein Zipfel deines Gewandes.“ Aus 1. Samuel 24, 10-12

David wird von Saul verfolgt. Eines Tages bekommt er die Gelegenheit, Saul umzubringen. Doch er tut es nicht… Stattdessen stellt er Saul zur Rede. Spannend ist, wie er ihn anspricht! David sagt zu Saul: „Mein Vater!“ Warum sagt er das, obwohl Saul ja nicht sein leiblicher Vater ist? David stellt damit klar, wie es in seinem Herz aussieht und sagt ihm eigentlich: „Saul, du bist und bleibst mein Vater. Obwohl du gegen mich bist, mir nach dem Leben trachtest und mich verfolgst, achte und ehre ich dich weiterhin wie ein Vater!“ Schauen wir diese Aussage ein bisschen näher an, sehen wir, dass David dadurch drei Dinge zu Saul sagte.

1.Vater – Saul, du bleibst meine Autoritätsperson.
Der Vater war im Alten Testament zur Zeit von Saul eine klare Autoritätsperson, die von seinen Kindern geehrt wurde. David sagte also zu Saul: „Saul, ich achte und ehre dich weiterhin wie ein Vater. Ich habe nie vergessen, was du für mich getan hast.“

2. Vater – Saul, du bleibst mein Versorger.
Zudem war der Vater der Versorger der Familie. Er sorgte sich um seine Kinder, beschützte sie und man fühlte sich mit ihm verbunden. Durch diese Aussage sagte David also auch: „Saul, ich weiß du hast mich versorgt, dich um mich gekümmert, mir Türen geöffnet und dich in mich investiert. Ich fühle mich dir immer noch verbunden und nah. Ich werde nie vergessen, was du alles in mich investiert hast.“

3. Vater – Saul, ich werde dein Erbe sein.
Der Vater gab auch sein Erbe an seine Kinder weiter. So sagte David zu Saul: „Ich werde dein Erbe sein und werde mal dein Königreich erben. Aber wenn ich es tue, dann wie ein Sohn. Ich werde dich auch dann weiterhin achten, dich ehren, deine Nachkommen lieben und nicht vergessen, woher ich komme und wem ich was zu verdanken habe.“

David vergaß nicht, woher er kam und was er Saul alles zu verdanken hatte. Und mit dieser Aussage öffnete sich der Himmel über dem Leben von Saul. Saul erkannte für einen kurzen Moment, wie gut es David mit ihm meinte und konnte sich – leider nur kurz – von seiner Eifersucht und seinem Hass lösen und David wieder so sehen, wie er wirklich war. Ein liebender Sohn, der nur das Beste für ihn suchte und auch in Zukunft suchen würde. So ist es auch bei uns: Wann immer wir es schaffen, unsere Autoritätspersonen zu ehren, werden wir nicht nur zukünftigen Segen für uns vorbereiten, sondern ihnen auch helfen, Gottes Größe in ihrem Leben zu sehen! Bleib loyal, vergiss nie woher du kommst und dein Leben wird Spuren von Gottes Segen im Leben anderer hinterlassen.

„Bist du es wirklich mein Sohn David?“ Und er (Saul) begann zu weinen.
Aus 1. Samuel 24, 17