„Doch jetzt hat Gott – unabhängig vom Gesetz, aber in Übereinstimmung mit den Aussagen des Gesetzes und der Propheten – seine Gerechtigkeit sichtbar werden lassen.“ Römer 3, 21

Römer 3, 1-3: Wir lesen hier wie die Juden uns etwas voraus haben und um dies zu verstehen, gehen wir schnell zu Abraham, dem Urvater der Israeliten. Gott gibt ihm ein Versprechen, dass sein Volk – Gottes Volk – in Gottes Land leben wird. Das Volk Israel wird sein Land zurückbekommen und das ist die Zusage, die Paulus hier nochmals betont. Gott steht zu seinem Wort und auch wenn das Volk Gottes Worten nicht Glauben geschenkt hat, werden sie mal wieder als Volk Gottes in ihrem verheißenen Land leben und Gott dort anbeten. Gott wird mit ihnen zum Ziel kommen. Gott steht zu seinem Wort und wird sie zum Ziel in ihr verheißenes Land zurückbringen, ob sie es glauben oder nicht, das ist sein Versprechen für das Volk Gottes. 

Römer 3, 4-8: Niemand von uns hat es verdient, sein Ziel zu erreichen, Gottes Gerechtigkeit zu erleben und in seinem Leben zu sehen. Niemand! Und hier geht der Schreiber weg vom Volk und seinem Versprechen Gottes und lenkt den Blick auf den einzelnen Menschen. Und hier stellt sich die Frage: Was ist Gerechtigkeit? Gerechtigkeit bedeutet nichts anderes als:

  • Wir sind gerecht vor Gott.
  • Wir sind Gott wieder ähnlich.
  • Wir sind wieder vor Gott ausgeglichen – unsere Sünde ist bezahlt.
  • Wir sind wieder fähig, eine Beziehung mit Gott zu haben.

Denn wir haben durch die Sünde von Adam und Eva unsere Gerechtigkeit verloren. Durch den Fehler der ersten Menschen und all den darauffolgenden Fehlern haben wir alle die Gerechtigkeit Gottes verloren. Anders gesagt, wir haben unser Ziel verfehlt. Sünde heißt nämlich in der Ursprache nichts anderes als „Zielverfehlung“. Wir verpassen unser Ziel. Wir verpassen unsere Verheißung, unsere Bestimmung, den Segen Gottes für unser Leben.   

Römer 3, 5-8: Hier ein paar Gedanken, die uns helfen, besser zu verstehen, was die Auswirkungen fehlender Gerechtigkeit sind:

  • Gottes Gerechtigkeit, Gottes Größe, das Erkennen von seiner Autorität, zeigt uns unsere eigene Zielverfehlung auf. Es zeigt auf, wo wir noch nicht im Plan Gottes laufen und wo wir auf dem besten Weg sind, in die Irre zu gehen.
  • Fürchtet euch nicht vor der Gnade – sie leuchtet auf und kann ihre volle Fülle entwickeln, wenn wir uns unserer Ungerechtigkeit bewusst werden.
  • Die Ungerechtigkeit von uns Menschen gegenüber Gott zeigt seine wirkliche Größe! Die Kraft der Gnade kommt zum Vorschein und wird gebraucht, weil wir unsere Gerechtigkeit verspielt haben.
  • Darum, um das Ziel wieder zu sehen, zu finden und unsere Bestimmung zu entdecken und auszuleben, brauchen wir die Gnade Gottes!

Römer 3, 9-19: Alle brauchen die Gnade. Alle brauchen die Gunst Gottes. Und wenn wir erkennen, dass wir ohne die Gnade Gottes verloren sind, werden wir wieder unsere Bestimmung sehen. Wir erkennen, wer wir in den Augen Gottes sind. Wir sehen den Plan für unser Leben und entdecken verborgenes Potenzial. Durch unseren Glauben an die Gnade Gottes sehen wir unsere Schwäche, aber dann auch wieder unser Potenzial, unsere Stärke und unsere Freude. Und dies nicht erst in der Ewigkeit, sondern heute in unserem Hier und Jetzt. Gottes Ziel war es von Anfang an, ein Wesen zu schaffen, dass ihm ähnlich ist, mit dem er die Welt verändern und weiterentwickeln kann. Dies wiederherzustellen, uns wieder zurück zu unserem Ursprung zu bringen, ist das Ziel Gottes. Jetzt und heute. Das ewige Leben ist der Bonus, das Plus. Aber Gott möchte uns jetzt wieder als Gegenüber. Als Wesen, das ihm ähnlich ist. Ein Wesen, mit dem er kommunizieren kann. Ein Wesen, mit dem er die Welt weiterbringen und weiterentwickeln kann. Ein Wesen, das ihn hört, das ihn anbetet und ehrt. Ein Wesen, das seinen Platz in dieser Welt wieder erkennt und sieht. Ein Wesen, das den Plan, den Gott mit ihm hat, erkennen kann. Doch wie beginnt die Gnade Gottes unser Leben wieder zu beleben? Indem wir sie suchen, sie annehmen und erkennen, dass wir Hilfe brauchen. Und hier kommt das Feuerwerk dieses Kapitels. Ohne Jesus und ohne seine Liebe verlieren wir Menschen uns in der Sünde, in einem Leben neben unserem Ziel – dem Plan Gottes für uns – vorbei.

Römer 3, 21-26: Gnade stellt uns wieder her und wir Menschen entdecken und erleben wieder ein erfülltes Leben. Ein Leben, in dem wir unseren Sinn und Zweck entdecken und sehen. Ein Leben in Freiheit und Echtheit. Ein Leben mit Gott, obwohl wir es nicht verdient haben. Ein Leben mit Gott, trotz Fehlern. Der Schlüssel dazu ist in unserem Glauben zu finden. Dem Glauben daran, dass Gott uns liebt und ein Ziel für unser Leben hat, trotz unseren Fehlern. Dem Glauben, dass Gott immer unser Bestes suchen wird. Dem Glauben, dass wir das Ziel zusammen mit Gott erreichen werden, trotz Ängsten und Versagen. Dem Glauben, dass Gott einen Traum, einen Plan und eine Bestimmung für uns hat. Dem Glauben, dass wir Gott hören und verstehen. Dem Glauben, dass Gott rein gar nichts unmöglich ist und er alles daran setzen wird, dass wir unser Ziel erreichen werden. Doch wenn wir es stattdessen unterlassen, Gott Glauben zu schenken, verpassen wir unser Ziel. Wir laufen in die falsche Richtung, werden mehr und mehr getrieben von menschlichen Sehnsüchten und hinterlassen durch unseren Stolz, unsere Religiosität, Lieblosigkeit, und ein Leben ohne Demut und Reue nur einen Scherbenhaufen. Statt die Gnade anzunehmen, leben wir an unserem Ziel vorbei, wir hinterlassen kein gutes Erbe und unsere Seele endet in Einsamkeit, Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit. Gott will uns in seiner Gnade begegnen und die erkennen wir, wenn wir uns bewusst werden, dass wir unsere Gerechtigkeit gegenüber Gott verloren haben. Wir sehen die Gnade dann, wenn wir wissen, dass wir sie brauchen. Wir sehen den Plan wieder wenn wir realisieren, dass wir unser Ziel schon lange verfehlt haben. Wir können nichts aus unserer Stärke heraus. Wir brauchen Gott. Wir alle brauchen den Retter. Jesus, der uns jeden Tag von Neuem wiederherstellt und uns zurück ans Herz Gottes trägt, wo wir erkennen und sehen, was unser Ziel und unsere Bestimmung ist und was Gott alles für uns bereit hat. Heute, hier und jetzt, morgen und in unserer Zukunft.

„Ihn hat Gott vor den Augen aller Welt zum Sühneopfer für unsere Schuld gemacht. Durch sein Blut, das er vergossen hat, ist die Sühne geschehen, und durch den Glauben kommt sie uns zugute.“ Römer 3, 25