Wie war es bei Abraham, unserem Stammvater? Was hat dazu geführt, dass er für gerecht erklärt wurde? Seine eigenen Leistungen? Dann hätte er allen Grund, stolz zu sein. Aber sie sind nicht das, was vor Gott zählt. Und warum nicht? Die Schrift sagt: „Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.“ Römer 4, 1-3

Römer 4, 1-12

Abraham war ein Mann Gottes. Ein Mann des Glaubens. Ein Vorbild für uns. Ein Mann aus dem Alten Testament, der von Gott gerufen wird, sein Land zu verlassen, um mit seiner Frau in ein Land zu ziehen, dass Gott ihm noch zeigen wird. Unterwegs, so hat es Gott ihm verheißen, wird er ihm einen Nachkommen schenken. Abraham und seine Frau Sara waren nämlich kinderlos zum Zeitpunkt als sie von Gott berufen wurden. Abraham glaubte Gott, verließ den Ort seiner Familie und machte sich auf in ein Land, welches Gott ihm noch zeigen würde. Abraham gewann durch seinen Glauben und sein Vertrauen das Herz Gottes und Gott schenkte ihm seine Gerechtigkeit. Abraham fand die Anerkennung Gottes. Abraham fand Gott. Was war sein Geheimnis? Es ist in Abrahams kindlichem Glauben zu finden. Abraham sagte sich: „Wenn Gott ruft, dann will ich gehen und ihm vertrauen, auch wenn ich absolut keine Ahnung habe, wohin mich Gott führen wird.“ Dieser Glaube wurde zu seiner Gerechtigkeit vor Gott. Dieser einfache und naive Glaube berührte das Herz Gottes. Abrahams Glaube ist fundiert auf dem Erkennen, dass wir als Gläubige total abhängig sind vom Geber und nichts vorzuweisen haben, was uns berechtigen würde, etwas zu empfangen. Wir glauben einfach nur und das ist genug, um von Gott gesegnet, beschenkt und weitergeführt zu werden. Der Glauben von Abraham bedeutet für mich 3 Dinge:

1. Hilflosigkeit

Abrahams Glaube kommt aus einer Hilflosigkeit heraus. Abraham hatte keine andere Hoffnung mehr als Gott und seine Möglichkeiten. Jahrelang hatten sie versucht, ein Kind zu bekommen, ohne Erfolg. Jetzt, wo eigentlich jegliche Hoffnungen weg war, kommt Gott und ruft Abraham. Gott verspricht ihm einen Nachkommen. Abraham hatte sonst nichts. Nur Gottes Versprechen. Mehr war nicht mehr da. Entweder würde Gott ein Wunder tun oder Abraham wird von einem seiner Hirten beerbt. Aus dieser Hilflosigkeit heraus glaubte Abraham Gott. Er schenkte Gott sein vollstes Vertrauen. Das Geniale an einem solchen Glauben ist, dass wenn Gott dann das Wunder tut, es allen klar ist, dass es auch wirklich Gott war. Auch wenn wir dann versucht werden, das Lob und die Ehre für das Wunder uns selbst zuzuschreiben, geht es nicht, da es offensichtlich ist, dass es Gott war. Darum lässt Gott uns auch in unserem Leben manchmal in Situationen geraten, in denen wir schier verzweifeln und nicht mehr weitersehen. Und wenn wir absolut keine Hoffnung mehr haben und keinen Ausweg mehr sehen, tut Gott ein Wunder. Glauben, der durch Hilflosigkeit geweckt wird, bewirkt schlussendlich größere Wunder als Glauben, der auf Erfolg und Eigenleistung beruht. Weil zu 100% klar ist, wer für das Wunder verantwortlich ist.

2. Kein Plan B

Abraham hatte keinen Plan B. Entweder würde Gott dann ein Wunder tun, ihn in das verheißene Land führen und ihm Nachkommen schenken. Oder wenn nicht, dann hatte Abraham keinen Ausweg mehr. Er hatte keine alternative Lösung. Entweder Gott hilft oder er hat alles verloren. So ist es auch bei uns: Je mehr wir abhängig von Gott und seinem Wirken werden, umso mehr kann Gott uns schenken und uns seine Größe zeigen. Warum? Weil durch unsere Haltung des absoluten Vertrauens, dass Gott schon eine Lösung hat, auch wenn wir absolut keine Ahnung haben wie diese aussieht, machen wir uns zu 100% abhängig von Gott. Gott liebt es, wenn wir „ALL IN“ gehen und unser ganzes Leben, unsere Zukunft und unser Gelingen total von ihm abhängig machen. Ein solcher Glaube ehrt die Kraft und das Wirken Gottes.

3. Glaube im JETZT

Abraham wusste, jetzt kommt’s drauf an. Er wusste: „Wenn Gott mich nicht für meinen Mut belohnt, werde ich mich irgendwo in der Pampa wiederfinden, neben mir ein paar Hirten, die mir vertrauten und eine Frau, die nicht mehr mit mir spricht, weil ich sie irgendwohin geführt habe.“ Gott ruft Abraham und er sagt nicht: „Gott, das ist eine gute Idee, lass uns mal ein paar Wochen darüber nachdenken. Dann, wenn ich immer noch will und ein gutes Gefühl habe, will ich dir vertrauen. Ich vertraue dir und verlasse mein Land, wenn meine Frau schwanger ist, dann macht es Sinn. Vorher gehe ich mal auf Nummer sicher.“ Nein, das waren nicht Abrahams Worte. Gott ruft ihn und Abraham geht. Auch wenn er absolut keine Ahnung hat wohin! Er geht und vertraut Gott, dass er ihm dann schon zeigen wird, wohin der nächste Schritt führt.

Diese drei Grundlagen seines Glaubens machten ihn gerecht vor Gott. Abraham hatte absolut nichts mehr zu bieten. Entweder würde Gott eingreifen oder er würde alles verlieren…

Wir glauben, nicht weil wir etwas zu bieten haben oder weil wir Gott irgendwas beweisen wollen, sondern weil wir ohne Gott und seine Liebe schlichtweg verloren sind. Uns ist bewusst, dass wir ohne Gott nie unser bestes Leben haben werden und uns im endlosen Dschungel der Fragen, der Ängste, des Intellekts, der Leistung und dem Bestreben bessere Menschen zu werden, verlieren würden. Verloren in einem Christentum, welches auf Leistung und Perfektion gebaut ist. Deshalb ist die GNADE grundlegend für unseren Glauben!

Doch was ist Gnade?

Ich möchte hier das Bild eines Verurteilten gebrauchen. Das Bild eines Menschen, der zu Recht wegen einer schlechten Tat kurz vor seiner Verurteilung steht. Er hat sein Urteil, das bald gesprochen wird, verdient. Und er hat absolut nichts mehr in der Hand, was ihm noch helfen könnte, dieser Verurteilung zu entgehen. Jetzt gibt es nur noch etwas, das ihn retten kann und das ist die Gnade des Richters. Die Gnade des Anklägers. Das Verzichten auf den Anspruch des Rechts.

Und das ist Gnade.

Niemand von uns hat es verdient, dass wir vor Gott gerecht gesprochen werden. Niemand hat genug in seiner Hand, um Gott zu gefallen. Niemand hat nur ansatzweise ein Leben geführt, welches Gott jubeln lässt und sein Herz berührt. Wir alle haben irgendwann versagt, sind verzweifelt, haben nicht mehr gut genug gearbeitet oder genug geleistet. Unsere Gedanken waren zu wenig heilig und unser Leben geprägt von Schuld, Fluch und Verderben. Wir alle haben die Verurteilung verdient. Niemand von uns hat genug in der Hand, um dem Gericht entgehen zu können. Nur eines kann uns jetzt noch retten! Und das ist die Gnade Gottes. Unverdient. Einfach da. Wird aktiv und lebendig, wenn wir daran glauben. Wenn wir glauben, dass Gott trotz unserem Versagen mit uns zum Ziel kommen wird. Wir beten Gott an, trotz unseren Fehlern und Schwächen. Wir glauben, dass Gott uns trotz unseren Schwächen gebrauchen will, um sein Reich zu bauen. Wir glauben, dass Gott uns trotz unserer Schwäche segnen will und uns verändern wird. Wir glauben, dass Gott durch uns wirken will, auch wenn wir nicht perfekt sind. Wir glauben, dass Gott uns trotzdem liebt, gnädig ist, unser Bestes sucht und wir ihn anbeten und ihm dienen dürfen. Trotzdem. Nicht weil wir es uns verdient haben, sondern weil wir keinen anderen Ausweg mehr sehen. Wir haben keine anderen Sicherheiten mehr, nur noch Gott.

Wir sind abhängig von seiner Gnade und diese wird aktiv, wenn ich glaube. Ich glaube und darum bin ich! Ich glaube, darum lebe ich. Ich glaube, darum sehe ich Gottes Wirken, sein Segen und seine Größe. Jeden Tag von Neuem, jeden Moment, immer und immer wieder. Ich hänge mich wie Abraham an Gott und lebe in der totalen Abhängigkeit von ihm und dies macht mich gerecht. Gerecht, trotz allem seinen Segen und seine Liebe jeden Tag, immer und immer wieder zu erleben, zu sehen und zu packen! Trotz allem, nicht weil wir es uns verdient haben, sondern weil Gott uns liebt. So oder so. Glaubst du das?

„Wenn hingegen jemand, ohne irgendwelche Leistungen vorweisen zu können, sein Vertrauen auf Gott setzt, wird sein Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet, denn er vertraut auf den, der uns trotz all unserer Gottlosigkeit für gerecht erklärt.“ Römer 4, 5