„Dann geh mit deinen Söhnen in dein Haus und schließ die Tür hinter euch. Gieß das Öl in die Gefäße und stell sie beiseite, wenn sie voll sind.“ Sie tat, was er ihr befohlen hatte. Ihre Söhne brachten ihr leere Gefäße und sie füllte eines nach dem anderen. Bald waren alle Behälter bis zum Rand gefüllt. „Bring mir noch einen Krug“, sagte sie zu einem ihrer Söhne. „Es sind keine mehr da!“, antwortete er. Und in diesem Augenblick versiegte das Öl.
2. Könige 4, 4-6

Eine Frau aus der Bibel hatte große finanzielle Geldprobleme, weil ihr Mann zu früh gestorben war. Sie wendet sich mit ihrem Problem an den damaligen Propheten, ein Mann Gottes. Dieser befiehlt ihr, Gefäße zu sammeln und sie mit dem restlichen Öl, das sie noch hat, zu füllen. Gott tat ein unglaubliches Wunder und das Öl floss einfach so vor sich hin. Erst als sie alle Gefäße gefüllt hatte, hörte das Öl aus dem kleinen Krug auf zu fließen. Als ich diese Geschichte so las, fragte ich mich: „Was wäre passiert, wenn sie mehr Gefäße organisiert hätte?“ Ich denke, die Menge des Öls war nicht vorbestimmt, sondern war an die Menge der organisierten Gefäße der Frau gebunden. Hätte die Frau sieben Gefäße organisiert, so füllte Gott sieben. Hätte sie 14 gehabt, so hätte Gott auch diese gefüllt. Hätte sie hingegen 50 organisiert, hätte Gott 50 gefüllt.

So ist es auch bei uns. Wenn wir Gott wenig zutrauen, so wird Gott uns nur mit wenig segnen. Wenn wir hingegen viel, ja sogar Unmögliches von unserem Gott erwarten, wird Gott das Unmögliche tun. Die Menge, wie wir in unserem Leben gesegnet werden, hängt nicht von Gott und seinen Ressourcen ab, denn die sind endlos, sondern von deinem und meinem Denken.

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich beobachte in meinem Leben, dass ich immer wieder in der Gefahr bin, Gott durch mein beschränktes, menschliches und viel zu kleines Denken Grenzen zu setzen. Ich falle in meinen Realismus und sage zu mir selber: „Warum nur soll Gott mich hier so gewaltig segnen? Wenn sich das jeder wünschen würde, das ginge ja gar nicht!“ Doch ich bin am Lernen mein Denken immer wieder zu verändern. Ich will mich trainieren, mehr von Gott erwarten und nicht wegen meinen Realismus und Kleinglaubens den Segen und die Gunst Gottes verpassen. Gott will das Öl fließen lassen. Wie viele Gefäße stellen wir ihm hin? Trauen wir unserem Gott zu, dass er unsere Krankheit heilen kann? Glauben wir daran, dass er uns aus unseren Kämpfen befreien will und uns totale Freiheit geben möchte? Trauen wir Gott zu, dass er unsere Ehe, unsere Familie und unseren Alltag mit seiner Gunst so stark berühren kann, dass sich Streit in Frieden verwandelt, Traurigkeit in Freude, Schmerz in Hoffnung und Inspirationslosigkeit und Niedergeschlagenheit in eine neue Leidenschaft? Gott kann uns mit nur einem Hauch seines Atems anhauchen und die Richtung unseres Leben wird sich matchentscheidend verändern. Gott kann und will unsere Gefäße füllen, unseren Glauben sprengen und unsere Erwartungen übertreffen. Doch die Frage ist und bleibt: Wie viel trauen wir ihm wirklich zu?