„Nehmt euch daher Gott selbst zum Vorbild; ihr seid doch seine geliebten Kinder! Konkret heisst das: Alles, was ihr tut, soll von der Liebe bestimmt sein.“ Epheser 5, 1

Im Moment lese ich ein spannendes Buch über Jesus, geschrieben von Joseph Ratzinger, dem ehemaligen Papst der katholischen Kirche. Das Buch ist vollgepackt mit einer spannenden Erkenntnis nach der anderen. Spannend finde ich zum Beispiel, wie Ratzinger die Situation beschreibt, wo Jesus von Satan, dem Gegenspieler Gottes, in der Wüste versucht wird. Jesus zieht sich während 40 Tagen in der Wüste zurück um zu fasten und zu beten. Am Ende dieser 40 Tage begegnet ihm der Teufel und will ihn mit drei Versuchungen vom Weg abbringen. In der ersten Versuchung soll er aus Steinen Brot machen. Hungrig, ausgelaugt und müde wiedersteht er dieser Versuchung und sagt stattdessen: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von dem was aus Gottes Mund kommt.“ In der zweiten Versuchung wird er versucht, die Engel Gottes für seine Rettung einzusetzen, wenn er sich von einem Dach herunterfallen lassen würde. Hier antwortet Jesus so: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern.“ In der dritten Versuchung kommt noch der Reichtum. Wenn Jesus den Teufel anbeten würde, würde dieser ihm alle Reichtümer der Welt zu Füssen legen. Auch hier kontert Jesus: „Den Herrn allein sollst du anbeten und ihm dienen.“ Jesus begegnet jeglichen Versuchungen mit der Grösse und Würde Gottes. Er weist immer auf Gott und seine Macht hin und stellt so den Widersacher Gottes schachmatt und geht erfolgreich aus diesen Prüfungen heraus.

Um was geht es im Wesentlichen in den drei Versuchungen in der Bibel? Ratzinger beschreibt es so:

„Der Kern aller Versuchung – das wird hier sichtbar – ist das Beiseiteschieben Gottes!“

Wir Menschen sind immer wieder versucht, Gott auf die Seite zu schieben, es alleine zu versuchen, uns auf unsere Kraft, unser Wissen und unsere Möglichkeiten zu verlassen. Doch wollen wir unser volles Potenzial erkennen, sehen was Gott noch alles für uns bereithält und den vollen Segen Gottes auskosten, dann müssen wir lernen, und zwar immer wieder, uns zu 100% auf Gott zu fokussieren. Uns an Gott zu orientieren. Uns an seine Kraft zu hängen, mit ihm zu rechnen und ihm zu vertrauen. Orientiere dich nicht am Segen, an den Resultaten, an dem was um dich herum geht oder nicht so läuft wie du dir vorstellst. Egal wo du stehst, was alles noch nicht so ist wie es sein sollte, orientiere dich an Gott. Seine Gegenwart steht dir auch heute zur Verfügung. Gott ist da und will dich leiten. Er will deine Nahrung sein, er will dir den Weg zeigen, er will derjenige sein, den wir anbeten sollen. Und wenn immer wir es schaffen, uns an Gott und seiner Gegenwart zu orientieren, werden wir auch den nächsten Schritt, die nächste offene Türe, die nächste Idee finden und so Schritt für Schritt dem ähnlicher werden, was Gott schon von Anfang an in uns und mit uns geplant hat.

„Da steht nun freilich die grosse Frage: Was hat Jesus dann eigentlich gebracht, wenn er nicht den Weltfrieden, nicht den Wohlstand für alle, nicht die bessere Welt gebracht hat? Was hat er gebracht? Die Antwort lautet ganz einfach: Gott. Er hat Gott gebracht.“ Joseph Ratzinger