„Er ließ Josef festnehmen und in das königliche Gefängnis bringen. Josef war nun also im Gefängnis. Aber der Herr in seiner Treue stand ihm bei. Er verschaffte ihm die Gunst des Gefängnisverwalters. Der Verwalter übertrug Josef die Aufsicht über alle anderen Gefangenen, und alle Arbeiten im Gefängnis geschahen unter Josefs Leitung. Der Verwalter vertraute ihm völlig und gab ihm freie Hand; denn er sah, dass der Herr ihm beistand und alles gelingen ließ, was er tat.“ 1. Mose 39,20-22

«Gesegnet in der Dunkelheit» ist eine neue Blogserie, die wir zusammen starten. Es ist ja interessant, dass wir wenn wir über Segen reden oder schreiben davon ausgehen, dass es uns gut geht. Segen und gute Zeiten gehen doch Hand in Hand. So fällt es uns auch leicht, positiv zu bleiben und all das Gute zu feiern. Doch was machen wir, wenn wir in unserem Leben durch dunkle Zeiten gehen? Wenn wir in Schwierigkeiten geraten, einen Verlust erleben, gegen eine Krankheit kämpfen, erleben wie eine Beziehung zerbricht oder wir keine Hoffnung mehr finden? Wo ist dann der Segen zu finden?

Wir alle erleben früher oder später dunkle Zeiten. Zeiten, in denen es am einfachsten wäre, negativ, entmutigend und hoffnungslos zu reagieren. Doch Gott will gerade unsere dunklen Zeiten und unsere Herausforderungen gebrauchen, um eine neue Saat in unser Leben hineinzulegen. Eine neue Saat seines Segens, seiner Güte, Bewahrung und Liebe. Damit eine Saat aufgehen kann, braucht sie Dunkelheit. So ist es auch in der Natur: Jede Saat, die wir in die Erde säen, ist zuerst mal von Dunkelheit umgeben. Sie braucht die Dunkelheit, die Erde, das Erdrückende, um sich dann ans Licht zu kämpfen. Daraus entsteht eine Blume, eine Pflanze, ein Baum usw. In derselben Art werden neue Träume, neue Möglichkeiten und neuer Segen gerade in den dunklen Zeiten unseres Lebens gepflanzt und geboren.

Dies sehen wir auch in der Bibel. Josef zum Beispiel wurde ungerechterweise ins Gefängnis gesteckt und gerade diese Zeit wurde zum Sprungbrett für seine Beförderung an den Hof des Pharaos. Oder Mose beging einen großen Fehler, indem er einen Sklaventreiber umbrachte und verbrachte darauf 40 Jahre in der Einsamkeit. Doch gerade diese Zeit wurde zu einer matchentscheidenden Zeit für seinen Charakter. Ohne diese Zeit in der Dunkelheit wäre er nie fähig gewesen, das Volk Gottes aus der Gefangenschaft zu befreien. Esther, eine andere Frau aus der Bibel, wuchs ohne leibliche Eltern in einem fremden Land auf. Sie fühlte sich vergessen, verlassen und einsam. Doch Gott gebrauchte sie, um sein Volk vor der sicheren Massenvernichtung zu bewahren. Nachdem Elia für Gott große Wunder tat, fiel er in eine tiefe Depression. Doch gerade in dieser Dunkelheit begegnete ihm Gott auf eine neue und tiefere Art und Weise. David hatte eine Affäre mit einer verheirateten Frau, darauf verloren sie kurz nach der Geburt ihr gemeinsames Kind. Doch David kehrte um zu Gott und wird danach der Mann nach dem Herzen Gottes genannt.

Wir bemerken es im Moment zwar nicht, aber wir alle wachsen, wenn wir trotz Fragen, trotz Nöten, trotz Leid, trotz Fehlern an Gott festhalten. Unser Charakter wird gestärkt, wir beten mehr, suchen Gott mehr, werden abhängiger von Gott und Gott trainiert uns, ihn besser und tiefer zu hören und zu verstehen. Darum – wenn du dich in einer dunklen Zeit in deinem Leben befindest, gib Gott nicht auf, er braucht diese Zeit und bereitet im Hintergrund schon deinen nächsten Segen vor. Weil du ihn nicht aufgibst, wird die dunkle Phase in deinem Leben zu einem Sprungbrett für den nächsten Durchbruch in deinem Leben.