„Gerade deshalb nämlich – um zu verhindern, dass ich mir etwas darauf einbilde – ist mir ein Leiden auferlegt worden, bei dem mein Körper wie von einem Stachel durchbohrt wird: Einem Engel des Satans wurde erlaubt, mich mit Fäusten zu schlagen, damit ich vor Überheblichkeit bewahrt bleibe. Dreimal habe ich deswegen zum Herrn gebetet und ihn angefleht, der Satansengel möge von mir ablassen. Doch der Herr hat zu mir gesagt: „Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.““ 2. Korinther 12,7-9

Das Leben ist voller Widersprüche. Du hilfst anderen Menschen, damit sie sich besser fühlen, doch du selbst kämpfst mit Gedanken der Niedergeschlagenheit. Dein Arbeitskollege wird befördert, doch du wirst nicht wahrgenommen, obwohl deine Leistungen besser sind. Deine Freunde heiraten, doch du bleibst auf der Strecke, obwohl du mehr dafür unternommen hast, eine Beziehung zu haben. Geheimer Frust entsteht wenn wir denken, es wäre für Gott doch einfach, dies oder jenes zu ändern, uns zu heilen, uns eine Türe zu öffnen, uns dieses sehnsüchtige Verlangen nach Aufmerksamkeit und Anerkennung wegzunehmen, uns von diesen Versuchungen zu befreien, uns neues Glück zu schenken oder uns das Kind zu geben, nach dem wir uns schon so lange sehnen.

Auch Paulus kennt diesen geheimen Frust. Er schreibt über einen „Stachel“, von dem er nicht befreit wurde, obwohl er Gott dreimal darum gebeten hatte. Ein Leiden – wir wissen nicht, was es war – das ihn seelisch oder körperlich belastete. Und Gott hat es ihm nicht weggenommen. Obwohl Paulus verantwortlich ist für gut die Hälfte der Bücher aus dem Neuen Testament, erfüllte Gott ihm seinen Wunsch nicht.

Smith Wigglesworth war einer der größten Prediger, durch den Gott Ende des 19. Jahrhunderts wirkte und Tausende von ihren Krankheiten heilte. Er sah unzählige Wunder, welche Gott durch ihn tat, doch er selber litt unter Nierensteinen. Manchmal erlebte er Gottesdienst, wo Hunderte von ihren Leiden geheilt wurden nach seiner Predigt – doch er selbst konnte kaum noch gehen, weil seine Schmerzen so unerträglich waren. Viele Männer und Frauen Gottes, die Gott gebrauchte, um mit ihnen Geschichte zu schreiben und große Wunder zu tun, trugen einen geheimen Frust mit sich herum. Etwas, von dem sie sich wünschten, dass Gott es heilen, verändern oder wegnehmen würde. Doch Gott tut oder tat es nicht. Stattdessen sagte er zu Paulus und somit auch zu uns:

„Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.“

Die Gnade Gottes ist alles, was wir brauchen. Mehr nicht. Gibt es etwas in deinem Leben, wo du dir sehnlichst wünschst, dass es sich verändert? Eine Veränderung in deiner Beziehung, deinen Finanzen, auf deiner Arbeit, deiner Gesundheit, deiner Seele oder bei Menschen, die dir nahe stehen? Du hast Gott um ein Wunder gebeten. Immer wieder. Doch es ist nichts geschehen. Ich möchte dir nicht sagen, du sollst die Hoffnung aufgeben. Doch ich möchte dir sagen, dass Gott dir die Gnade und Kraft gegeben hat, damit umzugehen. Gott hat dein Leiden nicht weggenommen, deine Situation nicht verändert, deine Krankheit nicht geheilt oder deinen Wunsch nicht erfüllt, weil er weiß, du schaffst das. Du bist stark genug, dich von dieser Herausforderung nicht die Freude und den Glauben rauben zu lassen. Darum sage zu dir selber:

„Ich lasse nicht zu, dass dieser Frust, dieser Widerspruch mir die Freude am Leben und den Glauben an Gott raubt. Gottes Gnade ist grösser und seine Kraft wird mir helfen, mit dieser Herausforderung erfolgreich umzugehen. Ich behalte eine gute und positive Haltung. Ich lasse nicht zu, dass dieser Schmerz, dieser Kampf, diese Krankheit, diese Situation oder diese Versuchungen mich bitter machen. Ich halte am Glauben an Gott fest und weiß, dass Gott dies zur richtigen Zeit in meinem Leben heilen und verändern wird. Doch wenn nicht, werde ich weiterhin Gott ehren und mit der Gnade Gottes das Beste aus der Situation herausholen.“

Gottes Gnade ist da und egal was dich frustriert und dir droht die Freude und den Glauben zu rauben, brauche es nicht als Entschuldigung, Gott loszulassen. Sondern halte dich an der Gnade Gottes fest und erlebe auch du, wie du Gottes Nähe und seinen Segen gerade dadurch neu und tiefer erleben wirst.