„Ich werde ein Stück Brot in die Schüssel tauchen“, antwortete Jesus, „und der, dem ich es gebe, der ist es.“ Er nahm ein Stück Brot, tauchte es in die Schüssel und gab es Judas, dem Sohn von Simon Iskariot. Sowie Judas das Brotstück genommen hatte, ergriff der Satan Besitz von ihm. Da sagte Jesus zu Judas: „Tu das, was du vorhast, bald!“ Johannes 13,26-27

Jeder von uns erlebt Situationen, in denen das Leben, Menschen oder Umstände gegen uns sind. Möglicherweise eine Krankheit oder auch ein Problem in unserer Beziehung oder am Arbeitsplatz. Vielleicht ist es auch eine Sackgasse in unseren Finanzen oder Menschen, die den Glauben an uns verloren haben. Ein Lehrer, welcher nicht an uns glaubt, ein Chef, der uns nicht fördert, Eltern, die nicht verstehen, wie wir unser Leben führen oder Freunde, die nur den Kopf schütteln über uns. Doch solange wir mit Gott unterwegs bleiben, ihn ehren und tun, was er uns auf Herz legt, dürfen wir wissen, dass all die Widerstände, die uns begegnen nur dazu da sind, uns zu neuem Segen in unserem Leben zu verhelfen.

Dies sehen wir auch so schön in einer Geschichte von Jesus. Jesus nimmt das letzte Mahl mit seinen Jüngern, bevor er am Kreuz für uns Menschen sterben wird. Doch damit er ans Kreuz genagelt wird, braucht es einen „Judas“, einen Verräter. Judas war von Gott dazu bestimmt, Jesus zu verraten. Spannend. Ich denke, kein Jünger hat so etwas Wichtiges und Prägendes getan wie Judas. Ohne Judas wäre Jesus nicht verraten und nicht ans Kreuz genagelt worden. Wäre dies nicht geschehen, hätte Jesus auch nicht für unsere Sünden sterben können und nach drei Tagen den Tod besiegen und wieder von den Toten zurückkommen können. Ohne Judas keinen Tod und keine Auferstehung von Jesus. Ohne die Auferstehung wären wir alle nicht von unseren Sünden erlöst worden und hätten wir alle keinen freien Zugang zur Gnade und somit auch zu Gott. Wir alle würden immer noch herumirren, geplagt von unseren Fragen, Nöten und der Last unserer Fehler. Niemand würde Freiheit erfahren noch würde irgendjemand erkennen, was Gott mit ihm vorhat, Gottes Träume entdecken und ein Leben im vollen Segen erfahren. Ohne Judas wären wir alle verloren. Klar, Gott hätte sicher einen anderen Weg gefunden, das Ziel zu erreichen. Doch ich frage mich: Warum feiern wir Maria, die Mutter von Jesus, warum gewichten wir die Jünger von Jesus und weshalb reden wir alle so negativ über Judas? Auch Judas hätte seinen Feiertag verdient. Was ich damit sagen will: Auch Judas hat seinen Teil dazu beigetragen. So ist es auch mit den Feinden in deinem Leben: Wenn Gott einen „Judas“ in deinem Leben zulässt, dann hat er einen Plan damit. Darum beklage dich nicht mehr über die Person, die dich betrogen hat. Menschen, die dich verlassen, sind nicht dein Rückschlag, sondern machen Platz für neue Freundschaften in deinem Leben. Ehrlichere und loyalere Menschen werden in dein Leben kommen. Auch wenn Menschen dich betrügen, dich runterdrücken, dir hinter deinem Rücken schaden, lass dich nicht entmutigen. Nichts geschieht einfach so. Gott hat dein Leben in seiner Hand, und wenn er etwas zulässt, dann nur, damit er es zu deinem Besten und deinem nächsten Sieg gebrauchen kann.

Jesus wusste, dass Judas ihn verraten würde. Er versuchte ihn nicht davon abzuhalten. Wir lesen sogar, wie er ihn ermutigte, seinen Verrat nun zu begehen. „Geh und mach es schnell!“ Jesus wusste, dieser Verrat würde zu seinem Schicksal dazugehören. Er nahm sein Schicksal an, und dieser Verrat führte schlussendlich zum größten Sieg in der Geschichte der Menschheit. So auch bei dir. Bekämpfe deine Feinde nicht. Lass Menschen los, die dich hintergehen. Lass die Menschen ziehen, die dir schaden. Nichts in deinem Leben geschieht einfach so. Gott hat einen Plan, und er wird deinen „Judas“ nur dazu brauchen, um dich zum nächsten Segen in deinem Leben, zu deinem nächsten Durchbruch, zu führen.