Eines Nachts hatte Josef einen Traum, den er seinen Brüdern erzählte. Da hassten sie ihn noch mehr. „Hört, was ich geträumt habe“, begann er. „Wir waren draußen auf dem Feld und banden das Getreide in Garben zusammen. Meine Garbe stellte sich auf und blieb stehen. Eure Garben scharten sich um sie und verneigten sich vor ihr!“ 1. Mose 37,5-7

Als junger Mann träumte Josef davon, wie sich seine Brüder eines Tages vor ihm verneigen werden. Ziemlich arrogant, oder? Zudem war Josef auch noch der Lieblingssohn seines Vaters, logisch dass ihn seine Brüder nach diesem Traum umso mehr hassten. Gott gab Josef diesen Traum, doch bevor er in Erfüllung gehen sollte, musste Josef durch eine sehr herausfordernde Zeit. Zuerst einmal wurde er von seinen Brüdern gefangengenommen und als Sklave nach Ägypten verkauft. Später wurde er ungerechterweise ins Gefängnis geworfen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Josef – in einer feuchten und kalten Gefängniszelle sitzend – über seine Kindheit nachdenkt und ihm sein Traum in den Sinn kommt. Den Traum, wo er sieht, wie sich seine Brüder vor ihm verneigen. Doch stattdessen sitzt er weit weg von ihnen, einsam und verlassen in einer Gefängniszelle. Doch wenn Gott uns einen Traum in unser Herz legt, dann wird er auch schauen, dass er wahr wird. So auch bei Josef. Josef wurde dank diversen Wundern zum Stellvertreter des Pharaos. Und als das Land in eine Hungersnot geriet, verneigten sich seine Brüder, welche ihn nicht erkannten, vor Josef, um Korn von ihm zu bekommen. Wäre Josef heute unter uns, würde er uns sagen: „Lass dich in der Mitte des Weges, in der Mitte des Prozesses nicht entmutigen. Die Mitte kann sehr chaotisch sein. Es kann auf und ab gehen. Es gibt sogar Situationen, die sehr hoffnungslos aussehen. Doch gib nicht auf, Gott wird dich zum Ziel bringen.“

Du kennst das Versprechen, das Gott in dein Herz gelegt hat. Du weißt, dass Gott dich weiterbringen, heilen und befreien kann. Tief in dir spürst du, dass Gott noch mehr für dich bereit hat. Du hast den Glauben für eine Veränderung in deiner Familie, bei deinen Freunden oder den Menschen um dich herum noch nicht verloren. Du hältst daran fest, dass du den Partner für dein Leben noch kennenlernen wirst. Auch wenn deine Umstände dir sagen, dass es zu spät oder vorbei ist, Gottes Zusage ist tief in dir drin. Halte an ihr fest. Die Veränderung hat im Hintergrund schon begonnen, die richtigen Menschen sind auf dem Weg zu dir und Heilung wartet auf dich. Gib Gott und den Glauben an seine Zusagen, die er dir gegeben hat, nicht auf. Die Zeit zwischen dem Start und der Erfüllung kann sehr herausfordernd sein. Doch Gott hat den Traum nicht aufgegeben, so gib du ihn auch nicht auf.

Ich möchte dich ermutigen, bleib unterwegs. Denn wenn wir stehenbleiben, werden wir unser Ziel nie erreichen und nie sehen, wie sich die Zusagen Gottes über unserem Leben erfüllen. Doch was machen wir in der Zwischenzeit bis es soweit ist? Wir beten Gott an. Wir helfen in einer lebendigen Kirche mit, dass sich die Liebe Gottes verbreiten kann. Wir dienen unseren Mitmenschen und begegnen ihnen freundlich und positiv. Wir leben einen großzügigen Lebensstil. Wir bleiben unterwegs und werden früher oder später unser Ziel erreichen. Trotz Chaos in der Mitte, halten wir an Gott und seinen Zusagen fest, so werden auch wir das Ziel erreichen wie Josef.