Zachäus, der oberste Zolleinnehmer, ein reicher Mann, wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus war. Aber es gelang ihm nicht, weil er klein war und die vielen Leute ihm die Sicht versperrten. Da lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum; Jesus musste dort vorbeikommen, und Zachäus hoffte, ihn dann sehen zu können. Als Jesus an dem Baum vorüberkam, schaute er hinauf und rief: „Zachäus, komm schnell herunter! Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“ So schnell er konnte, stieg Zachäus vom Baum herab, und er nahm Jesus voller Freude bei sich auf.“ Lukas 19,2-6

Zachäus, der oberste Zolleintreiber, hatte gehört, dass Jesus in die Stadt kam und er wollte ihn unbedingt sehen. Zolleintreiber waren zu dieser Zeit sehr unbeliebte Menschen. Sie betrogen die Leute, indem sie selber die Zollabgaben festlegten und sich so bereicherten. Zolleinnehmer waren in den Augen der Leute Betrüger, Sünder und Lügner. Wir lesen, wie Zachäus auf einen Baum kletterte, um Jesus sehen zu können. Als Jesus bei diesem Baum vorüberkam, rief er hinauf: „Zachäus!“ Ich kann mir gut vorstellen wie die Menschen um ihn herum dachten: „Endlich weist jemand diesen Zachäus zurecht. Jesus soll ihm jetzt mal so richtig die Leviten verlesen!“ Doch Jesus sagte bloß: „Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“

Zachäus, ein Sünder, wird von Jesus gesehen und Jesus muss bei ihm einkehren. Du denkst jetzt vielleicht: Jesus MUSS doch nichts! Warum sagte der Sohn Gottes so etwas? Ich denke, Jesus musste, weil die Gnade in ihm, ihn dazu antrieb. Jesus sah einen Sünder, der sich nach Rettung sehnte und er konnte einfach nicht anders, als mit ihm Zeit zu verbringen. Jesus sah das Herz von Zachäus, Jesus sah, dass er Liebe und Anerkennung suchte. Statt Zachäus zu verurteilen, wollte er sein Gast sein. Ich denke, Zachäus konnte in diesem Moment die Welt nicht mehr verstehen. Jesus, dieser heilige und berühmte Mann, will sein Gast sein! Ich denke, Zachäus fühlte tief in sich etwas, dass er noch nie gefühlt hatte. Er fühlte die Liebe und Annahme Gottes. Eine Liebe, die alle Grenzen sprengt und über alle Fehler und jedes Versagen hinwegsieht. Eine Liebe, die grösser ist als wir uns jemals vorstellen können. Eine Stimme sagte ihm: „Zachäus, du bist derjenige, den Jesus auserwählt hat, um bei dir zu essen. Zachäus, du bist der Erwählte. Du bist einzigartig, du bist geliebt!“

So ist es auch bei uns, Gott ruft nach dir und mir. Er möchte auch uns seine Liebe, seine Annahme und seine Nähe zeigen. Gott sieht auch in dir einen Menschen, den er lieben möchte. Einen Menschen, den er segnen möchte und dem er mehr und mehr sein Reich und seine Gedanken offenbaren möchte. Klar, du hast gesündigt und du wirst auch wieder sündigen. Wir alle machen Fehler, sind noch nicht dort, wo wir eigentlich sein sollten und leben nicht immer so wie wir es uns eigentlich wünschen würden. Doch Jesus zieht gerade heute an dir vorbei. Gerade jetzt, in dem Moment, ruft Jesus deinen Namen und möchte dein Gast sein. Egal was du noch für Süchte hast, egal was du noch für Ängste in dir trägst, egal was du noch für Kämpfe kämpfst, Jesus ruft und sagt: „Komm herunter, dir ist vergeben, komm, du bist meine wertvollste Schöpfung, ich möchte dein Gast sein!“ Wie antwortest du? Kannst du die Liebe Gottes annehmen? Lässt du dich auf Jesus ein? Oder bleibst du stehen und gibst den Stimmen in dir Raum, die dich verurteilen, die dir sagen, dass du es nicht wert bist, geliebt zu werden, die dir sagen, dass deine Sünde zu groß ist, um von Gott erkannt zu werden? Löse dich von all den Lügen und sage zu dir selbst: „Gott, ich glaube, ich bin genau derjenige, den du liebst. Trotz meinen Fehlern, trotz meinem Versagen, rufst du mir heute zu und hast einen guten Plan für mein Leben!“