Es ist einfach, Gott zu vertrauen, wenn alles rund läuft in unserem Leben. Es ist einfach, Gott anzubeten und ihn zu loben, wenn unsere Kinder gesund sind und nie Probleme machen, wenn an unserem Arbeitsplatz alles super läuft, wir keine Kämpfe in unserem Leben haben und uns sowieso von allem mehr als genug zur Verfügung steht. Doch was machen wir, wenn Gebete unbeantwortet bleiben, es nicht so läuft, wie wir uns vorstellen, die Probleme sich nicht zu verändern scheinen und wir Gottes Segen nicht erleben?

Oftmals sind wir dann frustriert und denken: »Wenn sich doch nur diese Situation verändern würde, dann könnte ich wieder glücklich sein. Wenn ich die richtige Person kennenlernen würde, dann wäre alles gut. Wenn wir endlich unser langersehntes Baby bekämen, dann könnten wir uns wieder freuen.« Diese Haltung kann man auch mit vorbehaltlichem Glaubenbetiteln: Wir glauben nur dann, wenn Gott ein Wunder tut, wenn er uns gibt, was wir uns wünschen, und uns segnet.

Doch Gott sucht unseren bedingungslosen Glauben.

Bedingungsloser Glaube glaubt, auch wenn Wünsche unerfüllt bleiben, die langersehnte Heilung auf sich warten lässt oder Veränderung und Durchbrüche nicht zu kommen scheinen. Auch wenn Situationen in unserem Leben keinen Sinn ergeben und unsere Fragen unbeantwortet bleiben, halten wir an Gott fest. Wir lassen uns die Freude nicht rauben und vertrauen weiterhin, dass Gott noch einen Weg für uns bereithält und unser Bestes im Sinn hat.

Die Frau eines Pastors wurde eines Tages mit der Diagnose Krebs überrascht. Die Ärzte sagten ihr, dass sie keine Heilungschancen mehr habe und an dieser Krankheit sterben werde. Sie ging nach Hause und die ganze Familie betete für Heilung. Sie sprachen alle Zusagen der Heilung aus der Bibel über sie aus und die Frau kämpfte gegen diese Krankheit an. Ein paar Wochen später, als sie wieder zum Arzt ging, war der Krebs verschwunden. Gott hatte sie geheilt. Bei ihrem Mann hingegen, wurde bald darauf eine Blutkrankheit festgestellt. Die Nebenwirkungen der Tabletten machten ihn müde und schlechtgelaunt. Doch er diente weiterhin den Menschen, betete für andere und führte viele Menschen zum Glauben an Jesus Christus. Gleichzeitig kämpfte er gegen seine Krankheit und die Nebenwirkungen der Medikamente – und schien den Kampf zu verlieren. Der Sohn sagte über seinen Vater:

»Ich habe nie gehört, wie sich mein Vater beklagt hätte. Seine Haltung war, dass er immer das Beste für Gott geben will, ob er jetzt gesund ist oder nicht. Er hat sich entschieden, den Menschen in seinem Umfeld zu dienen. Egal, ob Gott diese Krankheit wegnimmt oder nicht.«

Manchmal konnte der Pastor wegen der Medikamente nächtelang nicht schlafen und trotzdem predigte er Sonntag für Sonntag, blieb positiv und ehrte Gott weiterhin. Irgendwann ging es ihm so schlecht, dass es so aussah, als würde er bald sterben. Die ganze Familie betete – mit noch mehr Glauben als einige Jahre zuvor bei der Mutter, seiner Frau, die ja geheilt worden war. Sie proklamierten Bibelverse und beteten, aber nichts geschah, der Prediger erlag seiner Blutkrankheit.

Diese Familie ist bis heute ein großes Vorbild für mich. Die Witwe betet noch heute, im hohen Alter, jede Woche für Menschen, obwohl sie ihren Mann so früh verloren hat. Sie betet für Heilung, sie glaubt an Wunder, sie betet stellvertretend, wo andere keinen Glauben mehr haben, und erlebt, wie Woche für Woche Menschen die Kraft Gottes erleben und geheilt werden. Dies könnte man auch bedingungsloses Vertrauen nennen.

Wir halten an Gott fest und glauben weiterhin an seine Kraft, auch an seine Heilungskraft, selbst wenn nicht immer alles so ausgeht, wie wir uns wünschen oder vorstellen.

»Unser Gott, dem wir gehorchen, kann uns zwar aus dem glühenden Ofen und aus deiner Gewalt retten; aber auch wenn er das nicht tut: Deinen Gott werden wir niemals verehren und das goldene Standbild, das du errichtet hast, werden wir nicht anbeten.« Daniel 3,17–18