Wir alle haben unerfüllte Wünsche, die wir mit uns herumtragen. Es geht um Sehnsüchte oder Umstände, von denen wir meinen, Gott könnte sie einfach so auf einen Schlag erfüllen oder ändern. Wir wissen, er könnte uns beschenken oder heilen. Gott hätte die Macht, uns die Versuchung wegzunehmen, unsere Ehe weiterzubringen, uns von dieser Krankheit zu befreien oder uns endlich das langersehnte Baby zu schenken. Wir haben Wünsche, die Gott erfüllen könnte, was er aber nicht oder noch nicht zu tun scheint.

Wir beten, wir glauben, wir hoffen und geben nicht auf, und trotzdem geschieht nichts. Unerfüllte Wünsche tragen das Potenzial in sich, Frust und Bitterkeit in unserem Leben freizusetzen. Die Bibel sagt dazu:

Langes Warten macht das Herz krank; aber ein erfüllter Wunsch gibt ihm neues Leben. Sprüche 13,12

Ich möchte dich ermutigen: Lass nicht zu, dass deine unerfüllten Wünsche dich von Gott wegtreiben und dir die Freude rauben. Denn wenn Gott Dinge einfach so stehen lässt, eine Krankheit nicht heilt und du noch auf die Erfüllung eines Wunsches wartest, hat dies einen Grund. Auch wenn wir es nicht verstehen, Gott sieht weiter und hat einen Plan mit unseren unerfüllten Wünschen.

Das Leben ist oftmals voller Widersprüche. Du hilfst anderen Menschen, damit sie sich besser fühlen, doch du selbst kämpfst mit Gedanken der Niedergeschlagenheit. Dein Arbeitskollege wird befördert, doch du wirst nicht wahrgenommen, obwohl deine Leistungen besser sind. Deine Freunde heiraten, doch du bleibst auf der Strecke, obwohl du mehr dafür unternommen hast, eine Beziehung zu haben. Es kann Frust entstehen, wenn wir denken, es wäre für Gott doch einfach, dieses oder jenes zu ändern, uns zu heilen, uns eine Tür zu öffnen, uns dieses Verlangen nach Anerkennung wegzunehmen, uns von diesen Versuchungen zu befreien, uns neues Glück zu schenken oder uns das Kind zu geben, nach dem wir uns schon so lange sehnen.

Auch Paulus hatte einen unerfüllten Wunsch. Er schreibt über einen »Stachel«, von dem er nicht befreit wurde, obwohl er Gott dreimal darum gebeten hatte. Ein Leiden – wir wissen nicht, was es war –, das ihn seelisch und/oder körperlich belastete. Und Gott nahm es ihm nicht weg. Obwohl Paulus sein Leben für die Verbreitung von Gottes Botschaft einsetzte und verantwortlich ist für gut die Hälfte der Bücher des Neuen Testaments, erfüllte Gott ihm seinen Wunsch nicht.

Smith Wigglesworth war einer der größten Prediger, durch den Gott Ende des 19. Jahrhunderts wirkte und Tausende von ihren Krankheiten heilte. Er sah unzählige Wunder, welche Gott durch ihn tat, doch er selbst litt unter Nierensteinen. Manchmal erlebte er Gottesdienste, in denen Hunderte von ihren Leiden geheilt wurden nach seiner Predigt – doch er selbst konnte kaum noch gehen, weil seine Schmerzen so unerträglich waren.

Viele Männer und Frauen Gottes, die Gott gebraucht, um mit ihnen Geschichte zu schreiben und große Wunder zu tun, tragen einen unerfüllten Wunsch mit sich herum. Etwas, von dem sie sich wünschten, dass Gott es heilen, verändern oder wegnehmen würde. Doch Gott tut es nicht. Stattdessen sagte er zu Paulus und sagt er somit auch zu uns:

Doch der Herr hat zu mir gesagt: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.« Daher will ich nun mit größter Freude und mehr als alles andere meine Schwachheiten rühmen, weil dann die Kraft von Christus in mir wohnt.» 1. Korinther 12,9

Dieser Blog ist ein Auszug aus dem neuen Buch »Segen wird kommen« von Konrad Blaser, welches diesen Herbst erscheint. Du kannst es hier vorbestellen.