«Auf was schauen wir in unserem Leben? Auf die Angst oder die Möglichkeiten Gottes? Denn dies wird einen gewaltigen Unterschied ausmachen, ob wir in unserem Leben als Gewinner oder als Verlierer hervorgehen.»

Angst lähmt. Sie hält uns auf, sie lässt uns abwarten, zögern und oft das Gute verpassen. Die Bibel erzählt eine Geschichte, die uns genau das vor Augen führt: die Kundschafter, die Mose aussandte, um das gelobte Land auszukundschaften. Nach vierzig Tagen kehrten sie zurück – zehn berichteten von riesigen Städten und starken Gegnern und ließen sich von Angst leiten: „Wir sahen dort Riesen, wir waren wie Heuschrecken in ihren Augen.“ Nur zwei – Josua und Kaleb – sahen Möglichkeiten statt Probleme. Sie glaubten an Gottes Verheißung und sahen Chancen, nicht nur Risiken.

Das Ergebnis ist bekannt: Das Volk Israel hörte auf die Angst der Mehrheit, verweigerte den Schritt ins verheißene Land und musste 40 Jahre in der Wüste warten. Hätte man den Fokus auf Gottes Macht und die Chancen gelegt, wäre der Weg kürzer gewesen.

Was lernen wir daraus für unser eigenes Leben? Ob in Ehe, Beruf, Freundschaft oder unserer Kirche – wir stehen täglich vor Entscheidungen, die uns weiterbringen könnten. Doch oft halten uns Ängste zurück: „Was, wenn ich scheitere?“ „Was, wenn es nicht funktioniert?“ Wer nur auf die Risiken schaut, verkürzt seinen Mut und verlängert seinen „Wüstenweg“. Die Praxis ist simpel, aber herausfordernd. Suche bewusst Chancen. Wenn eine Situation Angst auslöst, frage: „Welche Möglichkeiten bietet mir Gott in diesem Moment?“ Vergleiche die Realität nicht mit Worst-Case-Szenarien: Die Kundschafter sahen Riesen und schrieben sie größer als nötig. Wir übertreiben Risiken oft in unseren Gedanken. Umgib dich mit „Kaleb-Menschen“: Menschen, die ermutigen, sehen Chancen und erinnern dich daran, dass Gott stärker ist als jede Herausforderung. Die Botschaft ist klar: Optimismus ist nicht naiv, sondern eine bewusste Entscheidung. Wer Chancen sieht, handelt mutig, erlebt Fortschritt und verkürzt den „Wüstenweg“ im Leben. Angst kann lähmen – Möglichkeiten beflügeln.

Stell dir vor, du stehst an der Schwelle zu einer neuen Phase: vielleicht ein beruflicher Schritt, ein neues Projekt, ein Gespräch, das Mut erfordert. Du könntest dich von den „Riesen“ einschüchtern lassen – oder du entscheidest dich, wie Kaleb und Josua, die Möglichkeiten zu sehen, die Gott bereitgelegt hat. Du wirst überrascht sein, wie oft sich Türen öffnen, wenn du den Fokus vom Problem auf die Chancen richtest.

«Sie berichteten Mose: »Wir haben das Land durchzogen, in das du uns geschickt hast, und wir haben alles genau angesehen. Es ist wirklich ein Land, das von Milch und Honig überfließt. Sieh hier seine Früchte! Aber die Leute, die dort wohnen, sind stark und ihre Städte sind groß und gut befestigt. Und dann haben wir auch noch die Anakssöhne gesehen! Im Südland wohnen die Amalekiter, im Bergland die Hetiter, Jebusiter und Amoriter und in der Jordanebene die Kanaaniter!« Das Volk war aufgebracht gegen Mose, aber Kaleb beruhigte die Leute und rief: »Wir können das Land sehr wohl erobern! Wir sind stark genug!« Doch die anderen Kundschafter sagten: »Wir können es nicht! Das Volk im Land ist viel stärker als wir!« Sie erzählten den Israeliten schreckliche Dinge über das Land, das sie erkundet hatten.» 4. Mose 13,27-32