Was wir niemals – wirklich niemals – verlieren dürfen, ist die erste Liebe: den Zugang zur Gnade Gottes. Denn ohne sie haben wir nichts, woran wir uns festhalten können.

Die Gemeinde in Ephesus war beeindruckend. Theologisch klar, engagiert, kompromisslos gegenüber Irrlehre – eine echte Vorzeigegemeinde. Und doch spricht Jesus einen erschütternden Vorwurf aus: Sie hat das Wesentliche verloren. »Du liebst mich nicht mehr so wie am Anfang.« Diese Worte zeigen: Es ist möglich, alles richtig zu machen und dennoch das Entscheidende zu verlieren. Jesus kritisiert weder ihren Einsatz noch ihre Lehre – er spricht ihre Beziehung an.

Der Glaube war korrekt, aber nicht mehr lebendig. Die Struktur stimmte, doch das Herz war müde geworden. Die erste Liebe zu Jesus, zu seiner Gnade und zu dem, was Gott durch Jesus für sie getan hat, war erkaltet. Die Warnung an die Epheser ist ernst: Wenn diese Liebe nicht zurückkehrt, wird der Leuchter weggenommen. Ohne erste Liebe verliert der Glaube seine Ausstrahlung, seine Kraft und seine Wirkung.

Auch heute können Christen und Kirchen unglaublich aktiv sein – und innerlich leer. Die entscheidende Frage lautet nicht: Was tun wir für Gott? Sondern: Aus welcher Liebe heraus tun wir es? Verliere niemals den Zugang zur Gnade, zu deiner ersten Liebe. Sonst hast du früher oder später keinen festen Boden mehr im Leben. Du verpasst all das Gute, das Gott für dich bereithält, verlierst den Segen, der auf dich wartet, dein inneres Leuchten – alles, was Gott dir eigentlich schenken möchte, wenn du versuchst, selbst gerecht zu sein, statt dich an Gott und seiner Gnade festzuhalten.

Die erste Liebe ist kein romantisches Gefühl. Sie ist die lebendige Erinnerung daran, warum wir überhaupt angefangen haben zu glauben: Weil wir erkannt haben, dass wir ohne Jesus verloren sind, und dass seine Gnade uns trägt. Darum gilt auch heute: Verliere nicht das Wesentliche.

»Doch einen Vorwurf muss ich dir machen: Du liebst mich nicht mehr so wie am Anfang. Erinnerst du dich nicht, wie es damals war? Wie weit hast du dich davon entfernt! Kehr um und handle wieder so wie am Anfang! Wenn du nicht umkehrst, werde ich mich gegen dich wenden und deinen Leuchter von seinem Platz stoßen.« Offenbarung 2,4–5