Lass uns Menschen sein, die etwas mit ihrem Leben bewegen, die vorangehen und sich immer wieder fragen: »Was will Gott heute mit mir tun?«

Ich erinnere mich noch gut an ein Erlebnis aus meiner Kindheit. Ich war mit meinem Grossvater in einem Museum unterwegs. Wir liefen durch Räume voller alter Autos, Flugzeuge, Bilder und ausgestopfter Tiere. Diese Glasaugen der toten Tiere starrten mich an … und ich dachte nur: »Mann, ist das langweilig.« Kein Leben. Keine Bewegung. Keine Begeisterung. Das Highlight des Tages? Ganz ehrlich: das war das Sandwich draussen vor dem Museum.

Heute sehe ich das ein wenig erwachsener. Museen haben ihren Wert: Sie zeigen Geschichte, erinnern uns daran, was war, und können inspirierend sein. Doch als Kind war für mich klar: Das ist tot, bedeutungslos und langweilig. Und genau dieses Bild kann auch für unsere Kirchen stehen. Denn auch Kirchen können zu einer Art Museum werden – Orte, an denen wir uns an Geschichten erinnern und in Erinnerungen schwelgen, statt mit dem, was Gott uns anvertraut hat, etwas zu bewegen und zu verändern.

Wie schnell passiert es, dass wir sagen: »Früher haben wir …«, »Damals war mehr los …«, »Vor langer Zeit hat Gott dieses Wunder getan …« Und plötzlich leben wir nicht mehr – wir erinnern uns nur noch. Wir erzählen uns Geschichten von dem, was Gott einmal getan hat, erwarten aber nicht mehr wirklich, dass er es heute wieder tun kann.

In der Offenbarung spricht Jesus genau in eine solche Situation hinein. Er sagt zur Gemeinde in Sardes: »Du hast den Ruf, lebendig zu sein – aber in Wirklichkeit bist du tot.« Obwohl nach außen hin alles gut aussah, ihr Ruf ausgezeichnet war und sie eine großartige Vergangenheit hatten, waren sie innerlich abgestorben, bedeutungslos und bewirkten nichts mehr.

Und ich frage mich: Könnte uns das – als Kirche, aber auch als Einzelne – ebenfalls passieren? Äußerlich sieht alles perfekt aus, doch in unserem Herzen haben wir die Leidenschaft verloren. Wir glauben nicht mehr wirklich an das, was wir uns eigentlich wünschen. Wir sind in einem christlichen Trott gefangen und statt etwas mit unserem Leben zu bewegen, werden wir mehr und mehr zu einem Museum. Doch weder wir noch die Kirche sind dafür geschaffen, ein Museum zu sein – ein Ort der Erinnerung. Wir sind berufen, etwas zu bewegen, Menschen zu sein, die hungrig nach mehr sind, die erwarten, dass Gott wirkt und die sich fragen: »Was willst du heute mit mir tun und bewegen, Gott?«

»Ich weiß, wie du lebst und was du tust. Du stehst im Ruf, eine lebendige Gemeinde zu sein, aber in Wirklichkeit bist du tot. Wach auf und stärke, was noch am Leben ist, damit es nicht auch stirbt. Denn ich musste feststellen, dass das, was du tust, nicht vor meinem Gott bestehen kann. … Wenn du jedoch weiterhin schläfst, werde ich dich wie ein Dieb überraschen und zu einem Zeitpunkt kommen, an dem du nicht mit mir rechnest.« Aus Offenbarung 3,1–3