«Damit all das Schöne, das auf uns wartet, sich auch erfüllen kann, müssen wir lernen, mit Gott zusammen zu arbeiten. Auf Gott zu hören. Und wenn Gott sagt: «Warte!» Dann warten wir, obwohl wir eigentlich gewinnen und weitergehen möchten.»
Manchmal scheint es, als würde uns das Leben alles nehmen, was uns wichtig ist: unsere Pläne, unsere Sicherheit, unsere Träume. Genau so erging es Josef, dem Lieblingssohn seines Vaters. Sein Mantel – ein Symbol für Liebe, Identität und Berufung – wurde ihm genommen. Verrat, Ungerechtigkeit, Gefängnis – Josef musste alles durchleben, was wir uns nur schwer vorstellen können. Doch die Geschichte zeigt uns eine tiefe geistliche Wahrheit: Gott nimmt uns unsere Berufung nicht, er formt sie im Prozess.
Der Mantel steht für das, was wir in Gott empfangen haben: unsere Gaben, unsere Bestimmung, unsere Einzigartigkeit. Als Josef ihn verlor, hätte er verzweifeln können. Viele von uns haben ähnliche Momente erlebt: Wir verlieren Arbeit, Status, Beziehungen oder sehen uns Ablehnung gegenüber. Doch gerade in diesen Momenten arbeitet Gott leise, aber kraftvoll. Er ersetzt nicht nur, er steigert, er vertieft, er formt uns zu dem, wozu wir bestimmt sind.
Im Gefängnis lernte Josef Geduld, Weisheit und Demut. In der Hitze der Enttäuschung wuchs seine Fähigkeit, Menschen zu führen und Gottes Plan zu verstehen. Jede Phase, jede Herausforderung, jeder Rückschlag war ein Baustein seiner Berufung. Und am Ende sah man die ganze Schönheit: Der Mantel kehrte zurück – transformiert, gereift und noch wertvoller. Er wurde zur rechten Hand des Pharaos.
Das ist auch unsere Einladung: Lass dich nicht von Verlust, Ungerechtigkeit oder Enttäuschung entmutigen. Gott arbeitet im Verborgenen, oft gerade dann, wenn wir das Gefühl haben, dass alles verloren ist. Jede schwierige Phase, jeder Schmerz, jede Zurückweisung kann ein Baustein für deine Reifung und Berufung sein. Unsere Identität in Gott ist unerschütterlich, auch wenn äußerlich alles ins Wanken gerät.
Wenn wir lernen, Gott in jedem Prozess zu vertrauen, erkennen wir, dass unser Wert und unsere Berufung nicht von Umständen abhängen, sondern von seiner Treue. Wie Josef dürfen wir wissen: Was verloren scheint, wird durch Gottes Hand geformt, vertieft und schließlich zu einem Zeugnis seiner Herrlichkeit.
«Ihr hattet Böses mit mir vor, aber Gott hat alles zum Guten gewendet. Er hat auf diese Weise vielen Menschen das Leben erhalten. Das kann man bis heute sehen. Ihr braucht also nichts zu befürchten. Ich werde für euch und eure Familien sorgen.« Mit diesen Worten tröstete und ermutigte Josef seine Brüder.» 1. Mose 50,20&21
