«Wir werden nie die volle Fülle in unserem Leben entdecken und ausleben können, wenn wir nicht bereit sind, den Prozess zu gehen. Wenn wir nicht bereit sind, Ungerechtigkeit, Schmerz, Einsamkeit und das Schwere in unserem Leben mit Gott zusammen zu ertragen.»

Der Lohn des Prozesses ist sichtbar – nicht in schnellen Erfolgen, sondern in der Art, wie Gottes Gegenwart durch uns wirkt. Menschen bemerken es, wenn jemand durchs Leben gegangen ist, geformt von Gott, geduldig, treu und gehorsam. Genau das beschreibt die Geschichte von Smith Wigglesworth, einem britischen Evangelisten, der im frühen 20. Jahrhundert für seine Heilungsdienste und gesalbten Gottesdienste sowie Predigten bekannt war.

Der Prediger betrat eines Morgens eine einfache Bäckerei. Er wollte Brote für sich und seine Familie besorgen, als einfacher Mann, ohne Hintergedanken, ohne Ziel, betrat er den Laden. Dann geschah etwas Außergewöhnliches – die anderen Menschen in der Bäckerei spürten – obwohl sie den Mann nicht kannten – die Präsenz Gottes, die durch ihn herausstrahlte. Die Atmosphäre in diesem Laden veränderte sich wie auf einen Schlag, ab genau dem Moment, in dem Smith die Bäckerei betrat. Die Menschen wurden sich bewusst, dass sie von Gott getrennt leben und bekannten ihre Fehler, einige fielen auf die Knie und baten Gott direkt um Vergebung. Wigglesworth selber war so fest überrascht, dass er zuerst nicht begriff, was hier geschah. Er sagte dann, dass es diesmal nicht seine Worte waren, die die Menschen zur Umkehr bewogen, sondern es war die Gegenwart Gottes, die die Herzen der MENSCHEN berührte – die Gegenwart Gottes, die aus ihm herausstrahlte!

Ich liebe diese Geschichte – denn dies dürfen auch wir erleben! Wenn wir uns ehrlich dem Prozess hingeben, den Gott mit uns gehen will. Wenn wir lernen, loszulassen und uns voll auf Gott einzulassen. Wenn wir uns den Herausforderungen stellen und trotz Dunkelheit Gott nicht aufgeben. Der Prozess, den Gott in uns wirkt, ist oft unsichtbar. Zerbruch, Prüfungen, Herausforderungen – sie erscheinen manchmal wie Rückschläge. Doch jeder Schritt, jede Phase dient dazu, unser Inneres zu transformieren. Wenn wir lernen, im Prozess zu bleiben, nicht aufzugeben und Gott zu vertrauen, wird die Veränderung sichtbar. Menschen spüren Gottes Nähe durch unsere Worte, unser Verhalten und unsere Ausstrahlung. Die äußere Transformation folgt der inneren Arbeit und der größte „Segen“ ist, dass Gottes Herrlichkeit durch uns hindurchscheint. Es ist, als ob Gott durch den Zerbruch, die Reife und die Geduld hindurch wirkt. Wer diese Lektion annimmt, erkennt, dass der Prozess selbst Teil der Berufung ist: Gottes Ziel ist nicht nur unsere Erfüllung, sondern dass wir zu lebendigen Zeugnissen seiner Liebe und Kraft werden. Wenn wir auf ihn hören, ihn nachahmen und ihm vertrauen, beginnt Gottes Gegenwart durch uns zu leuchten – wie Licht, das nicht verborgen bleiben kann.

Der wahre Sieg liegt nicht in schnellen Ergebnissen, sondern in der Transformation, die wir durchlaufen. Zerbrochenheit wird zu Schönheit, Schmerz zu Stärke und jeder Prozessschritt wird zu einer Gelegenheit, Gottes Wirken in uns zu sehen. Am Ende ist der sichtbare Lohn: Menschen erkennen Gott in uns – nicht wegen unserer Perfektion, sondern wegen seiner Perfektion in uns.

«Ja, wir alle sehen mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn. Wir sehen sie wie in einem Spiegel, und indem wir das Ebenbild des Herrn anschauen, wird unser ganzes Wesen so umgestaltet, dass wir ihm immer ähnlicher werden und immer mehr Anteil an seiner Herrlichkeit bekommen. Diese Umgestaltung ist das Werk des Herrn; sie ist das Werk seines Geistes.» 2. Korinther 3,18