Egal, wo wir stehen und in welcher Situation unseres Lebens wir uns befinden – wir sind immer wieder herausgefordert, dranzubleiben, am Glauben festzuhalten und Treue zu zeigen.

Ich bin überzeugt, dass wir alle Momente erleben, in denen wir am liebsten aufgeben würden. Momente, in denen wir innerlich erschöpft sind, unsere Kraft aufgebraucht ist und wir uns fragen: Warum mache ich das überhaupt noch?

Ich erinnere mich an einen solchen Moment beim New York Marathon. Bei Kilometer 30 war ich völlig am Ende. Meine Beine brannten, mein Atem ging stoßweise, und innerlich war ich versucht stehen zu bleiben. Menschen jubelten am Straßenrand, Bands spielten, Läufer zogen an mir vorbei – und ich hatte das Gefühl, ich komme nicht mehr weiter. Dann lief plötzlich ein mir bekannter Profiläufer neben mir her, passte sein Tempo an und sagte: »Komm, lauf ein bisschen mit uns.« Das war der Moment, in dem ich wieder anfing zu laufen. Schritt für Schritt. Meter um Meter.

Treue bedeutet genau das: dranzubleiben, auch wenn es weh tut. Treue bedeutet, nicht aufzugeben, wenn der Weg länger dauert als gedacht.

Wir sind in vielen Bereichen des Lebens herausgefordert, treu zu sein: im Beruf, in Beziehungen, in unserem Glauben. Vielleicht arbeiten wir in unserem Job oft im Hintergrund, machen Überstunden, erleben Ungerechtigkeit – und trotzdem sind wir eingeladen, treu zu bleiben und unser Bestes zu geben. In Beziehungen investieren wir in Ehe, Familie und Kinder, auch wenn es uns an unsere Grenzen bringt. Treue zeigt sich nicht im Applaus, sondern im Alltag.

Auch die Kirche in Smyrna wurde zur Treue herausgefordert. Jesus spricht in der Offenbarung zu ihr und sagt:
»Bleibe mir treu, selbst wenn es dich das Leben kostet, und ich werde dir als Siegeskranz das ewige Leben geben.«

Diese Gemeinde lebte unter Druck, Ausgrenzung und Verfolgung, und Jesus ermutigt sie. Er läuft gewissermaßen neben ihr her wie der Marathonläufer neben mir. Er sagt: »Ich weiß, wie hart es ist. Aber bleib dran. Der Sieg wartet auf dich.«

Treue im Feuer formt unseren Glauben. Sie schleift unseren Charakter. Sie macht uns reif. Vielleicht befindest du dich gerade in einem Abschnitt, in dem du dich wie bei Kilometer 30 fühlst. Meine Ermutigung an dich: Bleib dran. Lauf weiter. Der Himmel jubelt dir zu. Und das Beste ist: Jesus läuft neben dir, passt sein Tempo deinem an und ermutigt dich, dranzubleiben.

Ich weiß, wie hart du bedrängt wirst und in welcher Armut du lebst. …  Doch du wirst noch mehr leiden müssen. Es wird so weit kommen, dass der Teufel einige von euch ins Gefängnis werfen lässt. Das wird eine harte Prüfung für euch sein, und ihr werdet zehn Tage lang Schweres durchmachen. Lass dich durch das alles nicht erschrecken! Bleibe mir treu, selbst wenn es dich das Leben kostet, und ich werde dir als Siegeskranz das ewige Leben geben. Aus Offenbarung 2,8-10