Hast du dich auch schon gefragt, warum du so wenige Wunder erlebst? Vielleicht liegt der Grund darin, dass du seit Jahren Gebete betest, für deren Erfüllung keine Wunder nötig sind.

Kennst du diese Gebete, die eigentlich gar kein Wunder brauchen? »Herr, segne diesen Tag.« »Hilf mir, irgendwie durchzukommen.«

Das sind keine falschen Gebete. Aber manchmal merken wir gar nicht mehr, wie klein unser Glaube geworden ist. Wir beten vorsichtig, zurückhaltend und abgesichert. Wir erwarten wenig – und erleben deshalb oft auch wenig. Dabei fordert uns Gott immer wieder heraus, mutiger zu beten. Nicht arrogant oder überheblich, aber voller Glauben und Vertrauen. Mit der Erwartung, dass Gott mehr tun kann, als wir uns vorstellen können.

Dies lesen wir zum Beispiel auch in der Geschichte von Elia in der Bibel. Elia bat Gott, dass der Himmel sich schließen möge und es nicht mehr regnete – und es geschah. Dreieinhalb Jahre später betete er, dass es wieder regnen möge – und der Regen kam. Spannend ist, wir lesen in der Bibel, dass Elia ein Mensch war wie wir. Er war kein Superheld oder ein besonderer Typ mit speziellen Fähigkeiten oder mit einer exklusiven Verbindung zu Gott. Er war ein gewöhnlicher Mensch, der gelernt hatte, Gott Großes zuzutrauen.

Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem viele von uns stehen bleiben. Wir lesen Geschichten über Glaubenshelden und denken innerlich: »Ja, aber das waren halt die Helden der Bibel. Mit ihnen hat Gott Geschichte geschrieben.« Doch Gott sagt: »Nein. Was ich mit ihnen getan habe, möchte ich auch mit dir tun.«

Gott sucht Menschen, die mutig glauben. Menschen, die frech beten. Menschen, die den Himmel herausfordern. Denn unsere frechen und mutigen Gebete haben Kraft. Mit unseren Gebeten können wir einen guten Boden für unsere Kinder bereiten. Wir können Heilung und Durchbrüche über Menschen aussprechen. Wir können beginnen, für unsere Ehepartner, Freunde und Familien zu glauben. Wir können Situationen verändern, weil Gott auf Gebete reagiert.

Das Problem ist nie Gottes Kraft. Das Problem ist unser kleines Denken.

In Psalm 81 sagt Gott: »Öffne deinen Mund weit, damit ich ihn mit Gutem füllen kann!« Was für ein Bild. Gott sagt nicht: »Halte dich lieber etwas zurück. Erwarte nicht zu viel. Bleib realistisch.« Nein, er sagt: »Öffne deinen Mund weit!«

Das bedeutet nichts anderes als: Erwarte wieder mehr. Glaube größer. Bitte mutiger und vertraue tiefer. Denn unsere großen Gebete ehren Gott. Kleine Gebete hingegen halten uns oft in einem kleinen Denken gefangen. Große Gebete zeigen Gott, dass wir ihm vertrauen. Dass wir glauben, dass er grösser ist als unsere Möglichkeiten.

Vielleicht brauchst du gerade ein Wunder. Vielleicht stehst du vor einer Situation, die du selbst nicht lösen kannst. Vielleicht kämpfst du seit Monaten oder Jahren mit etwas. Dann hör auf, nur kleine Sicherheitsgebete zu sprechen. Beginne wieder groß zu glauben. Bitte Gott um Heilung, um Wiederherstellung, um offene Türen, um Durchbrüche, um Versorgung, um neue Möglichkeiten. Nicht, weil du einen Anspruch darauf hast, sondern weil du einen großen Gott hast.

Elia war ein Mensch wie wir, und als er Gott im Gebet anflehte, es möge nicht regnen, fiel drei Jahre und sechs Monate lang im ganzen Land kein Regen. Danach betete er erneut, und diesmal ließ der Himmel es regnen, und das Land brachte wieder seine Früchte hervor. Jakobus 5,17–18