Statt sich mit seinem Schicksal abzufinden, erhob sich Jabez über seine Lebensumstände, blickte zu Gott auf und bat ihn um seinen Segen, darum, sein Gebiet zu erweitern und seine Geschichte zu verändern.
Du musst nicht in deiner Vergangenheit stecken bleiben. Es gibt Geschichten in der Bibel, die nur wenige Verse lang sind, und trotzdem eine gewaltige Kraft haben. Die Geschichte von Jabez gehört dazu. Mitten in einer langen Aufzählung von Namen taucht plötzlich ein Mann auf, bei dem der Schreiber innehält. Als würde Gott sagen: »Warte kurz. Diesen Menschen dürft ihr nicht einfach überlesen.«
Jabez hatte keinen einfachen Start ins Leben. Schon sein Name war belastet. Der Name »Jabez« bedeutet sinngemäß nämlich Schmerz, Kummer oder Traurigkeit. Seine Mutter gab ihm diesen Namen, weil sie ihn unter großen Schmerzen geboren hatte. Stell dir vor, du wirst dein ganzes Leben lang mit einem Namen gerufen, der dich immer wieder an Schmerz erinnert … Damals hatten Namen eine enorme Bedeutung. Sie beschrieben nicht nur jemanden – sie prägten Identität und Zukunft. Jedes Mal, wenn man Jabez rief, war es wie ein Etikett: »Der, der Schmerz bringt.« »Der, der Kummer verursacht.«
Und trotzdem endet seine Geschichte nicht im Schmerz. Warum? Weil Jabez sich entschied, nicht Opfer seiner Umstände zu bleiben. Jabez akzeptierte nicht einfach seine Begrenzungen. Er akzeptierte nicht seine Vergangenheit. Er akzeptierte nicht die negativen Erwartungen über seinem Leben. Er stand auf, und er betete. Nicht klein und vorsichtig. Sondern mutig, frech und voller Glauben. Jabez bat Gott darum, dass er ihn segne und sogar sein Gebiet erweitern möge. Er betete: »Segne mich! Erweitere mein Gebiet! Und halte Unglück von mir fern!« Mit anderen Worten: »Gott, schreib meine Geschichte neu.«
Und genau das tat Gott.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl, durch deine Herkunft begrenzt zu sein. Vielleicht kommst du aus einer Familie, in der Zerbruch normal war. Vielleicht hast du erlebt, wie Beziehungen kaputtgingen. Vielleicht gab es Sucht, Ablehnung, Armut oder Hoffnungslosigkeit. Vielleicht haben Menschen Worte über dir ausgesprochen, die dich klein gemacht haben. Doch deine Vergangenheit, deine Geschichte muss nicht deine Zukunft bestimmen! Jabez zeigt uns, dass wir aufstehen dürfen. Wir dürfen Gott bitten, unsere Geschichte zu verändern.
Vielleicht bist du die erste Person in deiner Familie, die echten Glauben lebt. Vielleicht wirst du die erste Person sein, die Frieden hineinbringt. Vielleicht wirst du die erste Person sein, die Verantwortung übernimmt. Vielleicht wirst du die erste Person sein, die geistlichen Einfluss gewinnt.
Hör auf, deine Umstände als Endstation zu sehen. Du darfst aufstehen, glauben, und Gott bitten, dein Gebiet zu erweitern. Gott kann neue Kapitel schreiben. Er kann Fluch in Segen verwandeln. Er kann Zerbruch heilen. Er kann Hoffnung zurückbringen. Er kann Türen öffnen. Und alles beginnt oft mit einem mutigen Gebet.
Darum: Bete frech. Bete wie Jabez. Und erwarte, dass Gott deine Geschichte größer schreibt, als du es je für möglich gehalten hättest.
Er selbst aber hatte zum Gott Israels gebetet: »Segne mich und erweitere mein Gebiet! Steh mir bei und halte Unglück und Schmerz von mir fern!« Diese Bitte hatte Gott erhört. 1. Chronik 4,10
