Damit sich Segen entfalten, seine volle Wirkung zeigen, wachsen und sich vergrößern kann, muss er in einen Fluss kommen. Das heißt: Warte nicht nur in deinem Leben auf das nächste Wunder, sondern sei ein Segen für andere – mit dem, was du hast. Gott wird dir zur richtigen Zeit eine neue Tür öffnen.

Manchmal begegnet uns ein Moment, der unser Denken sprengt – ein Bild, das man nie vergisst. Für mich war es ein Abend vor über 25 Jahren. Wir waren auf einer großen kirchlichen Veranstaltung. Spät am Abend wollten wir nach Hause fahren – doch die Batterie des Autos war leer, weil unser Chauffeur das Licht angelassen hatte. Da standen wir nun, müde, hungrig, allein auf dem Parkplatz.

Plötzlich tauchte ein junger Mann auf – vielleicht 20 Jahre alt – mit einem kleinen Wagen, einer Batterie und Kabeln. Er hatte alles dabei, um uns zu helfen. Kein Jammern, kein Gestöhne, kein „Warum ich?“. Einfach praktischer Segen. Ich fragte ihn, warum er das tat. Seine Antwort hat mich tief getroffen:

»Ich habe im Jahr zwei Wochen Urlaub – und eine davon diene ich an dieser Konferenz. Es erfüllt mich. Es macht mich glücklich. Es ist eine der schönsten Wochen im Jahr.«

Am nächsten Tag sah ich ihn wieder. Diesmal fuhr er mit einem Müllwagen durch die Menge, damit niemand lange nach einem Abfalleimer suchen musste. Er tat es mit einem Lächeln. Mit Freude. Mit Hingabe.

Dieser Moment öffnete mir die Augen: Gesegnet ist nicht derjenige, der empfängt. Gesegnet ist derjenige, der gibt.

Jesus sagt in der Bibel:

»Es soll euch zuerst um Gottes Reich gehen … dann wird euch das Übrige alles dazugegeben.«

Wenn wir das tun, was Gott uns vor die Füße legt, wird er sich um unsere Wünsche kümmern. Wenn wir geben, wird Gott geben. Wenn wir uns investieren, wird Gott sich in uns investieren.

So beschloss ich damals: Ich will anfangen zu geben, was ich habe und kann, und darauf vertrauen, dass Gott sich um mich, meine Nöte und meine Anliegen – ja, sogar um meine Träume – kümmern wird.

Diese Haltung hat auch unsere Kirche geprägt. Wir starteten mit einer Handvoll Menschen. Keine Finanzen. Kein Personal. Nur Leidenschaft, Glaube und die Bereitschaft, das zu geben, was wir hatten. Und heute – Jahre später – kann ich sagen: Gott hat uns immer versorgt. Er hat uns immer wieder Türen geöffnet. Und wir durften ein Wunder nach dem anderen erleben.

So gesehen ist Geben kein Verlust. Geben – unsere Großzügigkeit, unsere Zeit, die wir ins Reich Gottes investieren, unser Gebet und unsere Mühen – wird zu unserem persönlichen Gewinn. Was du heute investierst – dein Lächeln, deine Hilfe, dein Dienst – wird Früchte tragen. Nicht nur in dir, sondern durch dich und in den Menschen, die durch dich Gott erleben dürfen.

»Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt.« Matthäus 6,33–34