Jeder von uns möchte mit seinem Leben Geschichte schreiben und positive Spuren hinterlassen. Doch statt auf die großen Momente in deinem Leben zu warten, fang an und diene den Menschen in deinem Umfeld und mache damit einen Unterschied.

Die meisten Menschen tragen – davon bin ich überzeugt – einen tiefen Wunsch in ihrem Herzen: »Ich will etwas bewegen. Ich will einen Unterschied machen.«

Und gleichzeitig denken wir: »Dafür braucht es etwas Großes.« Eine große Plattform. Viel Einfluss. Viele Möglichkeiten. Doch die Wahrheit ist: Die meisten Veränderungen beginnen ganz unscheinbar. Das wurde mir besonders während der Corona-Zeit bewusst. Ein Satz aus der Bibel ließ mich nicht mehr los: »Durch den Segen der Aufrichtigen kommt eine Stadt zum Blühen.« Da wurde mir neu klar: Wir alle haben Einfluss – genau dort, wo wir sind. Nicht irgendwann. Nicht irgendwo. Sondern jetzt. Hier. An dem Ort, an dem wir leben, arbeiten und Teil von Kirche sind. Die kleinen Dinge, die wir tun, machen den Unterschied.

So begann ich bewusst, kleine Dinge zu tun. Zum Beispiel räumte ich meinem Nachbarn den Schnee weg – obwohl ich wusste, dass das eigentlich »sein Ding« ist. Doch an diesem Tag kam er nicht, also machte ich es einfach. Später stellte sich heraus: Er war krank, und meine Geste hat ihn zutiefst berührt.

Oder jedes Jahr an Weihnachten: Da warte ich gespannt am Fenster, um den Müllmännern ein Geschenk mitzugeben. Ich möchte ihnen damit zeigen, dass sie gesehen werden und dass ihre Arbeit wertvoll ist.

Das sind nur zwei Beispiele dafür, wie wir ganz praktisch in unserem Alltag positive Spuren hinterlassen können – jeder auf seine eigene Art. So tragen wir Spuren der Liebe und Kraft Gottes in diese Welt.

Wenn wir uns Zeit nehmen, um andere wahrnehmen, auf sie zugehen und ihnen zeigen, dass sie wichtig sind, dann machen wir dadurch die Welt ein Stück besser. Das habe ich von meinem Vater gelernt. Er saß oft auf einer Bank vor seinem Haus. Und jedes Mal, wenn jemand vorbeiging, sagte er: »Hoi, hoi, wie geht’s?« Nicht oberflächlich, sondern echt. Und die Menschen blieben stehen. Mein Vater kannte fast das ganze Dorf – nicht, weil er große Dinge getan hat, sondern weil er Menschen gesehen hat. Auch nach seinem Tod ist er vielen in guter Erinnerung geblieben, gerade weil er sich ehrlich für seine Mitmenschen interessiert hat.

Mein Vater hat mich gelehrt: Es ist so einfach, einen Unterschied zu machen. Sieh die Menschen in deinem Umfeld. Nimm dir bewusst Zeit für sie. Zeig echtes Interesse und sei ein Segen für sie. Denn wir müssen nicht die ganze Welt verändern. Es reicht, wenn wir unsere Welt – dort, wo wir sind – mit unserer Art, unserem Lächeln und unserem echten Interesse prägen.

Und genau dort beginnt Gottes Geschichte mit dir.

Wenn es den Gottesfürchtigen gut geht, feiert die ganze Stadt; wenn die Gottlosen sterben, jubelt man laut. Durch den Segen der aufrichtigen Menschen gelangt eine Stadt zu Wohlstand, das Gerede der Gottlosen aber bringt sie zum Einsturz. Sprüche 11,10–11