Wenn Menschen etwas mit Leidenschaft, Freundlichkeit und Exzellenz tun, hinterlässt das immer positive Spuren – und die Menschen, denen sie begegnet sind, erinnern sich an sie.
Leidenschaft ist etwas, das man spürt. Vor ein paar Wochen waren wir als Kirche mit 15 Ehepaaren in Italien bei unseren Marriage Days. Ein Kellner fiel mir sofort wieder auf. Denn ich erinnerte mich noch gut an seinen Cappuccino, den er mir ein Jahr zuvor zubereitet hatte. Sein Cappuccino war nicht einfach gut – er war perfekt: warm, aber nicht zu heiß; stark, aber nicht bitter. Einfach genau richtig. Und genau deshalb erinnerte ich mich an diesen Kellner. Denn das bleibt uns im Gedächtnis: Wenn Menschen etwas mit Leidenschaft, Freundlichkeit und Exzellenz tun, hinterlässt es Spuren. Man erinnert sich an sie. Das gilt nicht nur für Kaffee – das gilt für unser ganzes Leben.
Jesus spricht in der Offenbarung von einer Kirche, die genau dieses Feuer verloren hatte. Die Gemeinde in Laodizea war reich, erfolgreich, unabhängig – aber innerlich leer. Und Jesus sagt etwas Schockierendes:
»Ich weiß, dass du weder kalt noch warm bist… du bist lauwarm.« Offenbarung 3,15
Lauwarm bedeutet: kein Feuer mehr, kein Brennen mehr. Und das ist gefährlich. Nicht der offene Widerstand gegen Gott, sondern das schleichende Erlöschen der Leidenschaft. Ich denke, wir alle sind in Gefahr, Leidenschaft zu verlieren: die Freude am Leben, an unserem Ehepartner, am Glauben, an dem, was Gott tut und noch tun möchte. Diese Leidenschaft verschwindet oft langsam, schleichend. Der Glaube wird zur Routine. Die Ehe wird Alltag. Die Familie wird selbstverständlich, das Gebet zur Gewohnheit, und Träume sowie Visionen für unser Leben verblassen mehr und mehr im Trott des Alltags. Man funktioniert – aber man brennt nicht mehr.
Und hier liegt der Kern dieser Botschaft: Leidenschaft passiert nicht einfach – sie wird entschieden. Am Anfang brannten wir: Vision, Hunger, Erwartung. Doch Enttäuschungen und Herausforderungen haben dieses Feuer nach und nach reduziert. Und irgendwann kommt der Moment, an dem du dich fragen musst: Will ich nur noch funktionieren – oder wieder brennen?
Denn eines macht Jesus in diesem Brief an die Gemeinde sehr klar: Leidenschaft ist kein Zufall. Leidenschaft ist eine Entscheidung. Wir entscheiden uns immer wieder, ob wir ein leidenschaftliches Leben, eine leidenschaftliche Ehe, einen lebendigen Glauben und einen erfüllten Alltag führen wollen oder nicht.
Es ist und bleibt unsere Verantwortung – und sie entscheidet letztlich darüber, ob wir ein Leben in Freude, ein Leben im Segen, ein Leben, das positive Spuren hinterlässt, führen … oder eben nicht.
»Ich weiß, wie du lebst und was du tust; ich weiß, dass du weder kalt noch warm bist. Aber weil du weder warm noch kalt bist, sondern lauwarm, werde ich dich aus meinem Mund ausspucken. Du sagst: ›Ich bin reich und habe alles im Überfluss, es fehlt mir an nichts‹, und dabei merkst du nicht, in was für einem jämmerlichen und erbärmlichen Zustand du bist – arm, blind und nackt.« Offenbarung 3,15–17
