Wir brauchen in unserem Leben eine göttliche Hoffnung, die uns hilft, dranzubleiben und nicht aufzugeben. So dass wir trotz Wartezeiten auf das Wunder zugehen können und erleben werden, wie sich unsere Verheissungen erfüllen.
Wir alle kennen dieses Gefühl: Wir haben für etwas gebetet. Wir haben geglaubt. Wir haben vielleicht sogar eine Vision oder einen Traum im Herzen getragen. Und dann vergeht die Zeit – Monate, vielleicht sogar Jahre – und scheinbar nichts passiert. Genau davor warnt uns ein Vers aus den Sprüchen. Hoffnung, die sich immer weiter verzögert, kann unser Herz müde machen. Wir beginnen zu zweifeln. Wir fragen uns, ob Gott überhaupt etwas tun wird. Und irgendwann besteht die Gefahr, dass wir unsere Hoffnung aufgeben.
Wir brauchen deshalb eine Hoffnung, die größer ist als unsere momentane Situation. Im Hebräischen gibt es dafür ein wunderschönes Wort: Tiqvâ. Es wird mit Hoffnung, Erwartung und Sehnsucht nach dem Kommenden übersetzt und kommt vom Verb qavâ, das mit Warten, Hoffen und Erwarten verbunden ist. Das Spannende daran ist, dass diese biblische Hoffnung kein passives Warten ist. Es bedeutet nicht: „Mal schauen, was passiert.“ Tiqvâ beschreibt vielmehr eine ausgerichtete Erwartung. Ich weiß, worauf ich warte. Ich richte mich darauf aus. Ich halte daran fest.
Das bedeutet: Wenn Gott uns etwas zeigt, wenn er uns eine Vision gibt, wenn er uns eine Verheißung ins Herz legt, dann dürfen wir daran festhalten – auch wenn wir die Erfüllung noch nicht sehe. Anders gesagt:
„Ich halte daran fest, auch wenn ich es noch nicht sehe.“
Das ist echte Hoffnung. Und diese Hoffnung wird zum Antrieb. Sie ist wie Benzin für die Vision, die Gott uns gegeben hat. Vielleicht stehst du gerade an genau diesem Punkt. Du hast geglaubt, aber noch nichts gesehen. Du hast gebetet, aber die Antwort scheint auf sich warten zu lassen. Du hast eine Richtung eingeschlagen, aber der Durchbruch ist noch nicht da. Dann gib deine Hoffnung nicht auf. Erinnere dich daran, was Gott dir gezeigt hat. Erinnere dich an seine Verheißungen. Und richte deine Augen wieder auf ihn. Denn Hoffnung bedeutet nicht, dass ich bereits sehe, was Gott tun wird. Hoffnung bedeutet, dass ich Gott vertraue, auch wenn ich es noch nicht sehe.
Vielleicht brauchst du heute keine neue Vision. Vielleicht brauchst du einfach neue Hoffnung. Eine Hoffnung, die dich wieder aufstehen lässt. Eine Hoffnung, die dich weitergehen lässt. Eine Hoffnung, die sagt:
„Ich weiß noch nicht, wie es kommt – aber ich weiß, wer mit mir geht und darum wird es gut kommen!“
Endloses Hoffen macht das Herz krank; ein erfüllter Wunsch schenkt neue Lebensfreude. Sprüche 13,12
