In der Bibel entdecken wir, dass es nie zuerst um uns geht. Gott kehrt das Bild und zeigt uns mit seinen Visionen, was er aus unserem Leben herausholen möchte und wo er uns hinführen möchte.

Wenn wir heute das Wort „Vision“ hören, denken viele von uns sofort an persönliche Ziele. Eine Vision für die Firma, eine Vision für die Familie, eine Vision für das eigene Leben. Wir fragen uns: Was möchte ich erreichen? Wo möchte ich in ein paar Jahren stehen? Wie kann ich noch mehr Erfolg, Finanzen, Einfluss und Macht generieren?

Doch die Bibel beginnt bei diesem Thema an einem ganz anderen Punkt. In den Sprüchen lesen wir:

Wo es keine Offenbarung von Gott gibt, verlottert das Volk, doch wer das Gottesgebot hält, ist glücklich zu nennen! Sprüche 29,18  

Das hebräische Wort für „Offenbarung“ beziehungsweise „Vision“ lautet Chāzôn – חָזוֹן. Es kommt vom Verb Chāzâ, das „sehen“, „schauen“ oder „wahrnehmen“ bedeutet. Doch Chāzôn meint im Alten Testament nicht einfach unseren modernen Fünfjahresplan. Es geht um eine göttliche Offenbarung. Um etwas, das Gott uns zeigt. Und genau das wird unsere Perspektive verändern. Denn eine biblische Vision beginnt nicht mit der Frage: „Was möchte ich aus meinem Leben machen?“ Sondern: „Gott, was möchtest du aus meinem Leben machen?“ Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Wir haben alle Vorstellungen davon, wie unser Leben aussehen sollte. Wir haben Wünsche, Pläne, Ideen und Träume. Und das ist nicht grundsätzlich schlecht. Aber wenn wir Gott wirklich nachfolgen wollen, müssen wir bereit sein, unsere eigenen Vorstellungen loszulassen und ihn zu fragen: „Gott, was willst du mir zeigen?“ Das ist Chāzôn, „Gott hat mir etwas gezeigt.“ Diese Perspektive dürfen wir auf alle Bereiche unseres Lebens anwenden. Auf unsere Ehe, unsere Familie, unsere Berufung, unsere Gemeinde, unsere nächsten Entscheidungen, unsere Wohnung, unseren Wohnort, unsere Ferien, unsere Zukunft. Wir dürfen Gott überall hineinnehmen und fragen: „Gott, was hast du mir zu sagen? Was möchtest du mir zeigen? Wohin soll ich gehen?“

Vielleicht brauchst du heute deshalb nicht einfach eine größere Vision. Vielleicht brauchst du Gottes Perspektive. Denn: Vision ist nicht zuerst das Bild, das ich mir von meiner Zukunft mache.
Vision ist das Bild, das Gott mir von seiner Absicht zeigt. Darum: Suche nicht zuerst deine Vision. Suche Gott und lass ihn deine Sicht prägen. Und du wirst deinen Segen finden, neue Wege entdecken und all das Gute mehr und mehr sehen, das Gott für dich bereithält.

»Dann werde ich mein Versprechen erfüllen und euch heimführen; denn mein Plan mit euch steht fest: Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Das sage ich, der HERR.« Jeremia 29,10–11