MAHIR bedeutet nicht: Ich tue mehr. MAHIR bedeutet: Ich tue das, was Gott mir anvertraut hat, mit Weisheit, Hingabe und Ausdauer.

Was nützt es, den richtigen Weg zu kennen, wenn wir ihn nicht gehen?

In den letzten Beiträgen haben wir uns zunächst mit «Chokmah» beschäftigt – dem hebräischen Wort für Weisheit. «Chokmah» bedeutet mehr als Wissen oder Intelligenz. Es beschreibt die Weisheit, die uns hilft, unser Leben so zu führen, wie Gott es gedacht hat. Salomo bat Gott deshalb um ein hörendes Herz: ein Herz, das Gott hört, ihn versteht und dadurch lernen kann, sein Leben nach Gottes Gedanken auszurichten.

Doch dann stellt sich eine entscheidende Frage: Was machen wir mit dem, was Gott uns zeigt? Denn wir können wissen, was richtig wäre – und es trotzdem nicht tun. Wir können erkennen, dass wir unserer Familie mehr Zeit schenken sollten, und ändern nichts. Wir können spüren, dass Gott uns zur Vergebung ruft, und trotzdem an einer Verletzung festhalten. Wir können Gottes Ruf hören und den nächsten Schritt dennoch nicht gehen. Hier kommt ein zweites hebräisches Wort ins Spiel: «Mahir».

In Sprüche 22,29 lesen wir:

Siehst du jemand tüchtig in seinem Geschäft — bei Königen wird er im Dienst stehen; er wird nicht bei unbedeutenden Leuten dienen.

Das Wort „tüchtig“ wird hier mit Mahir verbunden. Es beschreibt jemanden, der geschickt, eifrig, kompetent, versiert und beharrlich ist – einen Menschen, der etwas beherrscht und es mit Engagement und Können ausführt. Mahir bedeutet deshalb nicht einfach: „Ich tue mehr.“ Es bedeutet: „Ich tue das, was Gott mir anvertraut hat, mit Weisheit, Hingabe und Ausdauer.“

Das ist ein wichtiger Unterschied. Gott zeigt uns vielleicht einen Weg. Aber irgendwann müssen wir den ersten Schritt machen. Und oft geschieht genau dort etwas Erstaunliches: Wenn wir anfangen zu gehen, gibt Gott uns auf dem Weg neue Kraft, Ideen, Menschen und Möglichkeiten. Wir müssen nicht zuerst alles können. Wir müssen nicht auf den perfekten Moment warten. Wir dürfen mit dem anfangen, was wir bereits haben.

Vielleicht wartest du gerade auf einen Durchbruch. Auf den besseren Job. Die bessere Wohnung. Die bessere Ehe. Mehr Geld. Mehr Möglichkeiten. Auf den Moment, an dem endlich alles passt. Aber vielleicht möchte Gott dir heute eine andere Frage stellen:

»Was hast du bereits in deinen Händen? Was kannst du heute tun? Welchen kleinen Schritt kannst du heute gehen?«

Denn Weisheit zeigt uns den Weg – aber Mahir bringt uns dazu, ihn zu gehen. Deshalb träume ruhig groß. Suche Gottes «Chokmah». Bete. Höre auf Gott. Aber bleib nicht dort stehen. Mach etwas daraus. Beginne dort, wo du bist. Mit dem, was du hast. Und gib dein Bestes. Vielleicht ist dieser kleine Schritt genau der Anfang von etwas, das Gott viel größer werden lässt, als du heute sehen kannst.

Ehre den HERRN mit dem, was du hast; schenke ihm das Beste deiner Ernte. Dann wird er deine Vorratskammern füllen und deine Weinfässer überfließen lassen. Sprüche 3,9