Wenn wir glücklich, zufrieden und fröhlich sein wollen, hat das wenig mit unseren Umständen zu tun. Vielmehr hängt es von uns selbst ab – von unserem Herzen und unserer Einstellung.

Vielleicht hast du auch schon gedacht: „Wenn ich mehr Geld habe, dann bin ich glücklich. Wenn ich endlich einen besseren Job habe, dann bin ich zufrieden. Wenn ich verheiratet bin, ein größeres Haus habe oder diese Herausforderung überwunden habe, dann wird alles besser.“ Kennst du solche Gedanken? Viele Menschen verbinden ihr Glück mit einer zukünftigen Situation. Wir glauben, dass wir erst dann wirklich zufrieden sein können, wenn ein bestimmter Wunsch erfüllt ist.

Doch was geschieht, wenn wir unser Ziel tatsächlich erreichen? Vielleicht genießen wir den Moment. Doch schon bald taucht der nächste Wunsch auf. Das noch größere Haus wird zum nächsten Traum. Wenn wir unser Glück immer an das nächste Ziel knüpfen, verschieben wir unsere Zufriedenheit ständig in die Zukunft.

Paulus schreibt in der Bibel, dass er gelernt hat, in jeder Lebenslage zufrieden zu sein. Er kennt sowohl Mangel als auch Überfluss. Er weiß, wie es ist, genug zu haben, und wie es ist, Entbehrungen zu erleben. Spannend finde ich, dass Paulus sagt, er habe es gelernt. Zufriedenheit ist etwas, in dem wir wachsen können. Sie entsteht nicht automatisch dadurch, dass alle unsere Wünsche erfüllt werden. Wir können lernen, auch dann dankbar zu leben, wenn noch etwas fehlt.

Das bedeutet nicht, dass wir uns keine Veränderungen wünschen oder keine Träume mehr haben dürfen. Es bedeutet, dass wir unser Glück nicht vollständig davon abhängig machen müssen, ob diese Veränderung bereits eingetreten ist.

Vielleicht reicht das Geld nicht für die großen Familienferien, die wir uns so sehnlichst wünschen. Aber wir können einen Ausflug machen, gemeinsam kochen, Freunde besuchen oder unsere Umgebung neu entdecken. Vielleicht leben wir noch in einer kleinen Wohnung, obwohl wir uns ein Haus wünschen. Aber auch diese Wohnung kann ein Ort sein, an dem wir Gemeinschaft erleben und schöne Erinnerungen schaffen. Vielleicht sind wir beruflich noch nicht dort, wo wir gerne wären. Aber auch heute können wir unsere Arbeit mit Engagement tun und unsere Fähigkeiten weiterentwickeln. Unsere gegenwärtige Situation muss nicht perfekt sein, damit wir das Beste aus ihr machen können.

Es wäre doch so schade, wenn wir die Freude an unserer Gegenwart verlieren, nur weil wir ständig auf die Zukunft warten und uns danach sehnen, endlich etwas Größeres, Anderes oder einen Durchbruch zu erleben.

Ich sage das nicht etwa wegen der Entbehrungen, die ich zu ertragen hatte; denn ich habe gelernt, in jeder Lebenslage zufrieden zu sein. Ich weiß, was es heißt, sich einschränken zu müssen, und ich weiß, wie es ist, wenn alles im Überfluss zur Verfügung steht. Mit allem bin ich voll und ganz vertraut: satt zu sein und zu hungern, Überfluss zu haben und Entbehrungen zu ertragen. Philipper 4,11–12