Großer Glaube heißt nicht automatisch, dass wir immer geheilt werden, dass wir stur am Wunder festhalten, dass wir alles bekommen, was wir uns wünschen, dass wir nie mehr krank sind, nie mehr Probleme haben und nie mehr zweifeln oder versagen werden.
Großer Glaube bedeutet, den Willen Gottes trotz unserer Not, unserer Krankheit, unseres Versagens, unserer Zweifel und unserer Ängste zu erkennen und weiterzugehen, weil wir wissen, Gott hat alles im Griff.
Ich denke an unser 25-jähriges Jubiläum, das wir in der Markthalle Burgdorf feierten. Als wir uns entschieden, diesen Schritt zu wagen, wusste ich sofort: Das wird teuer, das wird unglaublich viel Arbeit, und wir brauchen Menschen, die mittragen. Wir brauchen Gottes Hilfe und Gegenwart. Wir brauchen Wunder. Und natürlich kamen Fragen, Zweifel und Momente der Unsicherheit. Doch wann immer ich ruhig wurde und auf Gott schaute, wusste ich: Es kommt gut. Es ist der Wille Gottes, dass wir dieses Jubiläum in einer externen Location feiern, wo wir alles aus unseren Räumen abbauen und dort wieder aufbauen werden.
Das ist großer Glaube. Er rechnet mit Gottes Hilfe, mit Gottes Gunst und seinem Wirken. Es ist nicht ein blindes Losrennen und auch keine naive Selbstüberschätzung, sondern ein Vertrauen, das sagt: »Gott will es, also gehe ich und vertraue.«
Diesen Glauben sehen wir auch bei Hesekiel. Gott führte diesen Mann in einer Vision in eine Ebene voller Totengebeine. Überall lagen Knochen. Es war trocken und tot. Und dann stellt Gott ihm eine unglaubliche Frage: »Du Mensch, können diese Knochen wieder lebendig werden?« Was für eine Frage. Menschlich gesehen ist die Antwort klar: »Nein. Unmöglich. Zu spät und keine Chance!«
Doch Hesekiels Antwort fasziniert mich. Er sagt einfach: »Herr, das weißt nur du.«
Diese Antwort ist weder naiv noch resigniert. Sie kommt aus einem großen Glauben heraus. Mit anderen Worten sagt Hesekiel: »Gott, für mich ist das unmöglich. Aber wenn du willst, dann ist es möglich.« Das ist kein blinder Glaube. Das ist ein Glaube, der Gott alles zutraut.
Wenn wir nur auf unsere Umstände schauen, sehen wir oft tote Knochen: kaputte Beziehungen, gescheiterte Träume, fehlende Kraftreserven und viele offene Fragen. Doch wir können stattdessen auf Gott schauen, mit einem großen Glauben reagieren und sagen: »Ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll, aber mein Gott ist größer. Für ihn ist nichts unmöglich – er kennt den Weg, er kennt die Lösung, er hat eine Idee und er wird mich nicht im Stich lassen.«
Und wir gehen weiter – auf das Ziel, die Verheißung und den Segen zu, weil wir wissen: Wenn Gott will, dann kann und wird er uns ein Wunder schenken, uns eine Tür öffnen und uns weitertragen.
Ich spürte, wie der HERR seine Hand auf mich legte. Er führte mich im Geist durch die Luft und setzte mich mitten in der Ebene nieder. Der ganze Boden war mit Totengebeinen bedeckt. Der HERR führte mich überall herum und zeigte mir die Gebeine. Es waren unzählige und sie waren völlig ausgetrocknet. Dann fragte er mich: »Du Mensch, können diese Knochen wieder zu lebenden Menschen werden?« Ich antwortete: »HERR, das weißt nur du!« Hesekiel 37,1–3
