Wir fragen: »Gott was hast du mir zu sagen? Wohin soll ich gehen?« Und dann kann es sein, dass wir warten, sein Reden suchen oder dass wir sofort erleben, wie er zu uns spricht und uns seine Gedanken offenbart.

Eine der schönsten Erfahrungen im Glauben ist für mich die Erkenntnis, dass wir Gott nicht nur bei den ganz großen Fragen unseres Lebens fragen dürfen. Wir dürfen ihn auch bei den kleinen Dingen einbeziehen. Natürlich kann man Gott fragen, welchen Beruf man wählen soll oder welchen Weg man mit der Familie gehen soll. Aber wir dürfen genauso fragen: „Sollen wir diesen Abend noch verplanen? Sollen wir diese Ferien so machen? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für diesen Umbau? Wie sollen wir in diesem Jahr unsere Schwerpunkte setzen? Wie können wir an unserer Ehe arbeiten?“

Vielleicht klingt das für manche ungewohnt. Aber genau darin liegt etwas Wunderschönes: Gott möchte nicht nur der Gott unserer Sonntage sein. Er möchte Teil unseres ganzen Lebens sein.

Das Spannende daran: Die Beziehung zu Gott ist eine Reise. Am Anfang ist vieles vielleicht noch schwierig zu unterscheiden. Man ist begeistert, Gott ist neu, vieles fühlt sich aufregend an. Doch je länger man mit Gott unterwegs ist, desto tiefer wird die Beziehung. Und manchmal spricht Gott Dinge, Situationen an, die uns etwas kosten. Er fordert uns heraus, etwas loszulassen. Eine Vorstellung, einen Plan, eine Sicherheit oder vielleicht eine Richtung, die wir selbst gewählt haben. Aber genau dort wächst Vertrauen. Vielleicht müssen wir tatsächlich wieder lernen, Gott zu suchen, anstatt einfach nur darauf zu warten, dass er unsere Pläne segnet. Das ist ein großer Unterschied. Wir können zu Gott kommen und sagen: „Gott, ich habe mir das so überlegt. Bitte segne es.“ Oder wir können sagen: „Gott, ich habe meine Vorstellungen. Aber ich bin bereit, sie loszulassen. Was möchtest du?“ Das zweite Gebet braucht mehr Vertrauen. Aber genau dort beginnt geistliche Offenbarung.

Vielleicht kann das heute dein Gebet sein: „Gott, ich möchte nicht nur, dass du meine Pläne segnest. Ich möchte wissen, welche Pläne du für mich hast. Was möchtest du mir zeigen? Wohin möchtest du mich führen?“ Und dann: Warte. Höre. Suche. Vielleicht spricht Gott durch sein Wort, vielleicht durch einen Gedanken, vielleicht durch einen Menschen, vielleicht durch eine Situation. Und manchmal sagt Gott auch einfach: „Entscheide selbst.“

»Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet. Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird geöffnet.« Matthäus 7,7–8