Das neue Auto wird irgendwann normal, das neue Haus selbstverständlich, und auch der Ehepartner wird zur Gewohnheit. Und der Lohn, von dem wir so lange geträumt haben, reicht eines Tages auch nicht mehr. Schon schauen wir wieder nach vorne, nach mehr, nach dem Nächsten. Und wir erwarten, dort unser Glück und unsere Erfüllung zu finden.
Stell dir vor, du würdest morgen im Lotto gewinnen. Nicht 100 Franken, nicht 1000 Franken, sondern gleich mehrere Millionen. Was würdest du tun? Vielleicht ein Haus kaufen, endlich die lang ersehnte Reise machen oder dir einen Wunsch erfüllen, den du dir bisher nicht leisten konntest. Plötzlich wären viele Sorgen kleiner, und neue Möglichkeiten würden sich eröffnen.
Natürlich kann Geld einige Probleme lösen, Sicherheit schaffen und gewisse Türen öffnen. Aber macht es uns automatisch glücklich? 1978 untersuchten Psychologen Menschen, die grössere Lottogewinne erzielt hatten. Sie verglichen sie mit anderen Menschen, darunter auch Menschen, die durch Unfälle querschnittsgelähmt worden waren. Das überraschende Ergebnis: Die Lottogewinner waren bei der Befragung nicht glücklicher als die Vergleichsgruppe. Bei alltäglichen Dingen empfanden sie sogar weniger Freude. Wie kann das sein? Sie hatten etwas bekommen, wovon viele Menschen träumen. Und trotzdem waren sie nicht automatisch glücklicher.
Vielleicht kennst du das auch aus deinem eigenen Leben. Du kaufst dir ein neues Auto und freust dich riesig darüber. Doch irgendwann wird es selbstverständlich. Du ziehst in ein schönes Haus, aber mit der Zeit gewöhnst du dich daran. Du erreichst ein berufliches Ziel und stellst fest, dass du schon wieder das Nächste erreichen möchtest.
Das Problem ist nicht, dass wir Wünsche haben. Das Problem entsteht, wenn wir unser Glück immer an das knüpfen, was wir noch nicht besitzen. Glück, Zufriedenheit und Erfüllung hängen nicht davon ab, wie viel Geld wir haben, welchen Erfolg wir erleben oder welche Möglichkeiten uns offenstehen. Es geht darum, mit welcher Haltung wir unser Leben betrachten. Das Geheimnis eines glücklicheren Lebens besteht nicht darin, mehr zu haben, mehr zu bekommen und mehr zu erleben. Es besteht vor allem darin, immer wieder neu zu entdecken und wertzuschätzen, was wir bereits haben.
Wenn wir lernen, dankbar zu sein für das, was wir haben, können wir Glück und Freude in unserem Herzen finden – jeden Tag aufs Neue.
Darum lohnt es sich, einmal innezuhalten und sich zu fragen: Was wäre, wenn ich heute ganz bewusst wahrnehmen würde, was in meinem Leben bereits gut ist? Vielleicht hast du Menschen, die dich lieben. Vielleicht hast du ein Zuhause, etwas zu essen, Freunde, Gesundheit oder Möglichkeiten, die du bisher kaum beachtet hast. Und vor allem hast du einen Gott, dem du dein Leben anvertrauen kannst.
Das bedeutet nicht, dass alles perfekt sein muss. Es bedeutet auch nicht, dass wir keine Wünsche oder Träume mehr haben dürfen. Es bedeutet, dass wir lernen, unser Glück nicht von dem abhängig zu machen, was uns noch fehlt. Denn ein glücklicheres Leben beginnt nicht immer mit einer Veränderung deiner Umstände. Manchmal beginnt es mit einem dankbaren Herzen.
Ein fröhliches Herz erhält einen bei guter Gesundheit, aber ein niedergeschlagenes Gemüt zehrt die Kräfte auf! Sprüche 17,22
