Es ist so einfach, wieder aufzustehen, weiterzugehen und an dem Ort, an dem wir sind, positive Spuren zu hinterlassen – wenn wir lernen, uns von uns selbst zu lösen und wieder auf Gott und die Menschen zu schauen, die er in unser Leben gestellt hat.

Wir alle lieben große Träume. Wir wünschen uns eine erfüllende Ehe, eine starke Familie und ein Leben mit Bedeutung, in dem wir positive Spuren hinterlassen. Doch leider bleiben diese Träume oft genau das: Träume. Sie erscheinen zu groß und bleiben unerreicht. Warum? Weil wir groß und mächtig anfangen wollen. Wir wollen mit einem Feuerwerk starten und der Welt dienen – und vergessen dabei, dass alles, was einmal groß wird, im Kleinen beginnt.

Sogar Jesus ermutigt uns in der Bibel: »Stärke das, was noch da ist.« Mit anderen Worten: »Starte mit dem, was du hast. Nicht mit dem, was dir fehlt. Nicht mit dem, was du gerne hättest oder wärst. Starte mit dem, was jetzt möglich ist.« Sehnst du dich zum Beispiel nach Veränderung in deiner Ehe? Statt sofort die großen Probleme lösen zu wollen, beginne mit kleinen Schritten – etwa mit einer täglichen Umarmung von 20 Sekunden. Nicht umsonst sagt man, dass bereits 20 Sekunden am Tag helfen können, Leidenschaft, Liebe und verlorenes Feuer neu zu entfachen.

Oder wenn du in deinem Glauben wachsen möchtest: Du musst nicht damit beginnen, große Geschichten für Gott zu schreiben. Es fängt damit an, dass du dir täglich Zeit nimmst, in der Bibel zu lesen – unspektakulär, aber treu. Fünf bis zehn Minuten, in denen du dich bewusst dem Wort Gottes öffnest. Oder indem du dich entscheidest, regelmäßig und verbindlich einen Gottesdienst zu besuchen. Diese kleinen, treuen Schritte führen dich zu den großen Wundern und Taten in deinem Leben.

Es sind die kleinen Schritte, die den Unterschied machen. Schritte, die wir konsequent gehen. Immer wieder. Vorwärts, hin zu dem, was Gott in unser Herz gelegt hat. Wir bleiben dran, auch wenn alles dagegenzusprechen scheint, weil wir wissen: All diese kleinen Schritte machen am Ende den entscheidenden Unterschied.

Ich erinnere mich gut an den Start unserer Kirche. Wir hatten große Visionen. Einmal organisierten wir einen großen Anlass. Viele Menschen kamen, und wir dachten: «Jetzt geht’s los!« Eine Woche später, beim internen Gottesdienst – für die, die es wirklich ernst meinten – kamen statt 20, 50 oder sogar 100 Menschen genau zwei junge Frauen. Das war’s. In diesem Moment wurde mir etwas klar: Es geht nie um die Masse. Es geht immer um den Einzelnen.

Also machten wir weiter. Schritt für Schritt. Wir investierten in die Menschen, die Gott uns anvertraut hatte. Wir bauten Beziehungen auf und blieben treu mit dem, was er uns gegeben hatte. Und Gott baute. Und er baut immer noch. Nicht schnell, selten spektakulär, sondern stetig, treu und nachhaltig.

Das ist ein Prinzip, das wir überall anwenden können: Wir gehen Schritt für Schritt vorwärts – in unserer Familie, in unserer Ehe, in unserem Umfeld und in unserem Job. Wir dienen, wir beten, wir sind großzügig, wir sind Teil einer Kirche, wir investieren und geben weiter, was wir haben. Und wir erleben, wie gerade diese kleinen, treuen Schritte uns zum nächsten Sieg, zum nächsten Durchbruch und zum nächsten Segen in unserem Leben führen.

»Nur wer im Kleinen treu ist, wird es auch im Großen sein. Wenn ihr bei kleinen Dingen unzuverlässig seid, werdet ihr es auch bei großen sein. Geht ihr also schon mit dem Geld, an dem so viel Unrecht haftet, nicht gut und treu um, wer wird euch dann die Reichtümer des Himmels anvertrauen wollen? Wenn ihr schon die Güter nachlässig verwaltet, die Gott euch nur vorübergehend anvertraut hat, wie soll er euch dann die Dinge schenken, die wirklich euch gehören sollen?« Lukas 16,10–12